BARßEL „Das ist ja abschreckend für Skipper hier. Da sieht man mal, wie ernst die uns nehmen“, sagt Jörg Mörer ärgerlich. Zusammen mit seinem Bekannten Gerd Pekeler steht er vor der Brücke, die in Potshausen über die Leda führt. Seit einem Jahr befindet sich die Klappbrücke im Bau, die ihre ältere Vorgängerin ablösen soll. Bis dahin fährt der Verkehr an dieser Stelle über eine Behelfsbrücke, die allerdings nicht klappbar ist und die beiden Sportbootfaher Mörer und Pekeler somit an der Durchfahrt hindert.

„Das ist wie eine Gefangenschaft“, beschreibt Pekeler die momentane Situation. Sein Boot liegt im Barßeler Hafen vor Anker, und wenn er in Richtung Nordsee fahren möchte, kann er weder den Weg über die Leda noch über die Jümme nutzen, da die Durchfahrtshöhe der Brücke bei Detern nur rund 2,6 Meter beträgt. „Wir brauchen eine Höhe von drei Metern“, erklärt Mörer. Er kommt mit seinem Boot zwar knapp unter der Brücke durch, allerdings nur bei Niedrigwasser. „Da fahre ich dann knapp über den Grund.“ Mörer lässt sein Boot wegen des Schadensrisikos deshalb inzwischen in Holland vor Anker liegen.

„Wir ärgern uns hier ja nicht alleine, sondern viele Bootsbesitzer“, betonen die beiden Skipper. Besonders auch Touristen würden durch die Baustelle in Potshausen von Ausflügen zum Barßeler Hafen abgehalten. Hermann Koop, der Vorsitzende des Wassersportvereins „Soeste“ in Barßel, stimmt grundlegend mit dieser Ansicht überein, allerdings wolle er das Problem „nicht dramatisieren“. Kritisch beurteilt er dagegen die Informationspolitik des Straßenbauamtes: „Man wollte uns auf dem Laufenden halten. Nichts ist passiert.“

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Die drei Bootsbesitzer sind alle der Meinung, dass es vollkommen ausgereicht hätte, die Brücke in Detern höher zu legen und damit für die Boote passierbar zu machen. „Es scheint keinen zu geben, der bei der Planung überregionaler denkt“, stellte Koop resigniert fest.

Auch Alexander Siemer, der mit seiner Firma „Siemer Jachtservice“ in Kamperfehn Jachten baut und repariert, kennt das Problem mit der Potshauser Brücke: „Der Durchgangsverkehr ist unterbrochen worden.“ Durch Dritte habe er davon erfahren, dass potenzielle Kunden aus dem Bereich um Emden sich eher für eine Werft in Holland entschieden als für den Umweg über den Küsten- und Elisabethfehnkanal. Direkt vor Siemers Werft wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Meppen zwar zurzeit ein neuer Brückenbelag auf einer Hubbrücke verlegt, was sich jedoch für ihn nicht als problematisch erweise. „Das Amt war uns gegenüber sehr kulant“, so Siemer. An diesem Freitag werde die Brücke laut WSA bereits fertiggestellt.

Für die Brücke in Potshausen ist dagegen das Straßenbauamt in Aurich zuständig. Gerd Raker, der Sachgebietsleiter im Brücken- und Ingenieurbüro, erklärt die Verzögerungen im Bau mit Lieferengpässen und der Witterung. „Im vergangenen Jahr hatten wir Probleme, Spundwände mit Kastenprofil zu bekommen. Im November kam der Winter und hat die Baustelle bis Februar stillgelegt.“ Raker rechnet nun bis Ende August mit der Fertigstellung.

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