Bösel Der Duft nach frischem Brot und Kuchen schwebt über das Gelände am Heimathaus. Wer das Schild an der Straße übersehen hat, dem wird spätestens durch seine Nase mitgeteilt: Die Landfrauen aus Bösel und Petersdorf verkaufen wieder Brot, das im Backhaus am Heimathaus gebacken wurde. Seit morgens um 6 Uhr stehen Hubert Theilmann und Martin Meyer an diesem Sonnabend im Backhaus. Das frühe Aufstehen stört sie nicht, schließlich sind die Bäcker es von der Arbeit nicht anders gewohnt. Obwohl: Hubert Theilmann ist seit 2004 in Rente. Er steht trotzdem pünktlich im Backhaus, schließlich gilt es, mehr als 50 Brote zu backen, dazu noch Apfelkuchen.

Vier Bäcker arbeiten an den Backtagen des Landfrauenvereins Bösel/Petersdorf im Wechsel: Neben Theilmann und Meyer noch Hubert Kunze und Ewald Nagel. Die Arbeit beginnt nicht erst am Sonnabend: Bereits am Abend zuvor wird der Ofen angeheizt. Auf dem Steinboden wird Holz aufgeschichtet, das etwa acht Stunden brennt. Am Morgen wird der Boden gesäubert, zuerst grob, dann mit der so genannten Bäckerfahne – einem in Wasser getränkten Sack – ausgeschleudert, um auch die letzten Aschereste zu entfernen. „Bei bis zu 400 Grad kann im Ofen gebacken werden“, sagt Hubert Theilmann. An diesem Morgen zeigt das Thermometer 370 Grad – ideal zum Backen. Die Temperatur ist entscheidend für das Gelingen des Brotes, wissen die Fachmänner. Was noch? Zwar haben sie Rezepte für jedes Brot in ihrem Heft, aber: „Augenmaß und Handgewicht, ist des Bäckers erste Pflicht“, sagen Theilmann und Kunze mit einem Lachen.

Was gebacken werden soll, darüber erhalten die Bäcker von den Landfrauen einen Backplan. Den präge natürlich auch die Jahreszeit, berichtet Heike Brinkmann, die Ansprechpartnerin für das Backhaus ist. Kürbisbrot wird etwa an diesem Sonnabend im Brustfeuerungsofen hergestellt. „40 Minuten bleibt das im Steinofen“, sagt Martin Meyer. Das Kastenbrot wird zusätzlich auf ein Unterblech gelegt, weil es sonst von unten zu viel Hitze bekommen würde, berichtet Theilmann.

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Beliebt ist das Schwarzbrot. Alleine davon backen Theilmann und Meyer 30 Brote wegen der großen Nachfrage – die kommen aber erst ganz zum Schluss rein, weil sie am längsten backen müssen – „fünf bis sechs Stunden“, so Theilmann. Schrot für das Schwarzbrot wird vorher extra aufgebrüht, sagt der pensionierte Bäckermeister.

Dinkel-, Mehrkorn-, Weißbrot oder die süßen Brotvarianten werden in dem Steinofen auch hergestellt, dazu Kuchen. „Mal Pflaumen-, mal Apfel- oder Butterkuchen“, sagt Hubert Theilmann, „je nach Saison.“

Gebacken wird neben dem Böseler Heimathaus seit 14 Jahren. Die Verantwortung für den Verkauf der Brote wechselt zwischen den sechs Bezirken der Landfrauen. „Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Bäcker bei der Stange bleiben“, sagt Heike Brinkmann mit einem Schmunzeln. An diesem Sonntag ist der Bezirk Osterloh an der Reihe. Die Landfrauen verkaufen aber nicht nur Brote. Auch selbstgemachte Marmeladen oder Liköre und Rezeptbücher kann man am Backhaus erstehen.

Der Geschmack kommt an bei den Böselern: Zum Weihnachtsmarkt am 6. und 7. Dezember am Pallert wird wieder gebacken – sogar an drei Tagen, um der Nachfrage Herr zu werden.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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