Bösel Viele Gartenbesitzer freut es, wenn Bienen und Schmetterlinge durch die blühenden Beete fliegen und Vögel zwitschern. Andere legen auf all das weniger Wert – für sie müssen Gärten vor allem eines sein: pflegeleicht. Der Fokus der Gartenbesitzer zeigt sich in der Gestaltung des Gartens. Nicht selten sind Kies- und Schotterwüsten das Resultat der Gartengestaltung. Natürliche Grundstückseinfriedungen wie Buchenhecken weichen Sichtschutzzäunen. Im Baugebiet Bösel-Nord ist der Trend zum Steinbeet und zum mannshohen Plastikzaun deutlich zu beobachten.

In vielen Gemeinden im Oldenburger Land entflammt die Debatte um Schottergärten. In der Bremischen Bürgerschaft soll im Mai ein „Ortsgesetz über die Begrünung von Freiflächen und Flachdachflächen“ verabschiedet werden. Der Gesetzentwurf des Senats sieht vor, dass Außenflächen „zu begrünen oder zu bepflanzen sind“, sofern dies nicht einer anderen zulässigen Verwendung entgegensteht.

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Auch in Friesoythe hatte jüngst das geplante Verbot von Schottergärten für hitzige Diskussionen gesorgt. Bürgermeister Sven Stratmann wollte überprüfen lassen, ob Steinbeete künftig zur versiegelten Fläche eines Grundstücks zu zählen seien.

Im in der Entwicklung stehenden Baugebiet Südlich der Jägerstraße in Bösel hat der Gemeinderat hohen Wert auf ökologische Gartengestaltung gelegt: Es dürfen – bis auf einen kleinen Teil – im gesamten Gebiet bis zu 30 Prozent der Grundstücke überbaut werden (Grundflächenzahl, GRZ 0,3). Damit wird auf eine möglichst ökologische Nutzung von Grund und Boden hingewirkt. Überflüssige Versiegelungen sollen vermieden werden. Eine weitere Bauvorschrift: Grundstückseinfriedungen gegenüber öffentlichen Straßen sollen ausschließlich in Form lebender Hecken zugelassen werden. Kies-, Schotter- und Steingärten sind in dem Gebiet ausgeschlossen.

Im bereits bestehenden Baugebiet Bösel-Nord sieht Bürgermeister Hermann Block allerdings wenig Möglichkeiten, gegen ausufernde Schottergärten vorzugehen. „Das muss man in Kauf nehmen.“ Der verabschiedete Bebauungsplan habe Gültigkeit, für Haus und Garten gebe es Bestandsschutz – ebenso wie in anderen Baugebieten. Die Gemeinde habe da keine Handlungsoptionen. Entsprechende Grünkonzepte könnten aber in der Zukunft bei der Entwicklung weiterer Baugebiete Thema sein. Diese Entwicklung sei noch vor zehn Jahren nicht vorherzusehen gewesen, so dass es in den früheren Bebauungsplänen keine entsprechenden textlichen Festsetzungen gibt, die Schottergärten ausschließen. So fehlen diese etwa auch in den B-Plänen in Petersdorf und auch in Bösel-Nord II – zumal es hier auch eine Versiegelungsquote von 40 Prozent gibt. Diese Quote allerdings wird ebenfalls von vielen als zu hoch angesehen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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