Bösel Der Anblick ist ungewohnt: Das Becken des Hallenbades in Bösel ist staubtrocken. Seit Jahresbeginn bis einschließlich 20. Januar werden im Hallenbad Bösel Wartungsarbeiten durchgeführt. Das Bad bleibt während dieser Zeit natürlich geschlossen. Dort wird in der Schwimmhalle der Hubboden (beweglicher Boden des Schwimmbeckens) erneuert. Dazu musste das gesamte Wasser abgelassen werden. Zudem werden während der Schließung eine Grundreinigung und andere Instandhaltungen durchgeführt. „Es sind viele kleine Dinge, die zusätzlich anfallen“, sagt Bösels Schwimmmeister Matthias Raker. Die Reinigung findet in dieser und nächster Woche statt. Am Montag, 21. Januar, ist das Hallenbad wieder geöffnet.

Hydraulik und Mechanik

„Für die Hydraulik des hundert Tonnen schweren Hubbodens kommt eine Firma aus Hannover“, erklärt Raker. Das Fachunternehmen hat auch schon 1975 dort den Boden installiert und kennt sich bestens mit Hydraulik und Mechanik aus: „Die Techniker können sogar unter Wasser arbeiten.“

Unter dem Hubboden befinden sich Stützen zur Sicherung. Daneben stehen vier Hydraulikstempel aus einem Chrom-Nickel-Stahl, die normalerweise den schweren Boden bis auf 30 Zentimeter heben oder bis auf eine Wassertiefe von 1,80 Meter senken. Die Dichtungen und die Magnesiumringe um die Stempel müssen jedes Jahr überprüft und gegebenenfalls ausgewechselt werden. Die Magnesiumringe sorgen dafür, dass die Stempel, die aus einem Aggregat von 160 Bar den Hubboden nach oben drücken, nicht von Rost befallen werden. „Sie opfern sich für die Hydraulik“, demonstriert Raker.

„Zum Wochenende wird dann das Wasser wieder eingelassen. Das dauert zwischen zwölf und 15 Stunden“, weiß Raker aus der Erfahrung. Vorher klettert der Schwimmmeister noch einmal unter den Hubboden, um ihn zu reinigen – die Höhe von etwa 1,50 Metern erlaubt dabei nur eine gebückte Körperhaltung. Das Wasser wird behutsam dann drei bis vier Tage auf Betriebstemperatur gebracht. Würde man schneller aufheizen, bestünde die Gefahr, dass Wasserqualität verloren ginge. Vor der Auffüllung kommt noch der Hochdruckreiniger zum Einsatz.

Wenn das Wasser wieder im Becken ist, werden die Techniker die Stempel für den Hubboden genau einstellen, damit die Waage für den Boden genau justiert ist. Das geht dann aber elektronisch.

Filter wechseln

In dem in den Jahren 2011 und 2012 grundsanierten Hallenbad Bösel mit einer Wasserfläche von zehn Mal 17 Metern werden auch Filter ausgewechselt. Und auch im Maschinenraum wird Filtermaterial erneuert. Die Elektriker tauschen zudem ein Magnetventil aus.

Von Anfang an, seit 44 Jahren, tut das Hubbodenaggregat seinen Dienst. Es versorgt die Hydraulik mit Flüssigkeit. „In zwei bis fünf Jahren werden wir Ersatz bekommen“, prognostiziert Raker: „Ich bin das 14. Jahr hier und sage seit meinem ersten Jahr, dass das Gerät fällig ist.“ Allerdings hat es immer brav seinen Dienst erledigt.

Durch die jährliche Routine weiß Schwimmmeister Raker: „Lieber bin ich zwei Tage vorher fertig als spät dran zu sein.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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