Bösel Die Gemeinde erweitert das Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße in Richtung Südkamper Ring. Das Verfahren ist bereits weit vorangeschritten. An diesem Mittwoch will der Gemeinderat den Bebauungsplan als Satzung beschließen. In diesem Zuge müssen auch Stellungnahmen abgewogen werden, die während der öffentlichen Auslegung eingegangen waren. Dazu äußern sich in der Regel vor allem die so genannten Träger öffentlicher Belange wie Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Landwirtschaftskammer oder Wasseracht. Auch der Landkreis Cloppenburg hatte einiges anzumerken, unter anderem ging es dabei um die Kompensationen. Denn die Fläche, die in Bösel neu bebaut werden soll, werde „erhebliche Umweltauswirkungen“ mit sich bringen, heißt es in der Stellungnahme des Landkreises, der eine Umweltprüfung fordert.

Tatsächlich muss die Gemeinde insgesamt 51 012 Werteinheiten kompensieren. Für die Berechnung (nach dem Modell des Niedersächsischen Städtetages) werden die Flächen nach ihrer Größe bewertet. Berücksichtigt wird auch, ob besondere Schutzgüter ausgeglichen werden müssen. Nach einem Punktesystem wird so festgelegt, was an anderer Stelle an ökologischem Mehrwert geschaffen werden muss.

In der Gemeinde Bösel müssen die Flächen dafür aber nicht liegen, wenngleich der Landkreis die Nutzung eines Ersatzflächenpools im Landkreis Leer „aus naturschutzfachlicher Sicht kritisch“ sieht. Grund: Bei den Eingriffen sei auch der Artenschutz betroffen. Ersatzflächen in geringerer Entfernung könnten sich positiv auf lokale Tierpopulationen auswirken.

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Ausreichend Fläche in geringerer Entfernung stehe aber nicht zur Verfügung, argumentiert das von der Gemeinde mit der Entwicklung beauftragte Planungsbüro Topos. Bedeutet: 35 377 Werteinheiten werden im Landkreis Leer am Rande der Gemeinde Westoverledingen ausgeglichen, verbleiben noch 15 635.

Die werden zum einen in der Vehneniederung an der Straße An der Vehne in der Gemeinde Bösel geschaffen, indem dort eine Fläche im Gemeindebesitz, die derzeit intensiv als Grünlandfläche bewirtschaftet wird, künftig nur noch extensiv (ohne Düngung mit geringerem Viehbesatz) bewirtschaftet werden darf. Dadurch sollen Lebensraum für Wiesenvögel und Rastmöglichkeiten für Kraniche optimiert werden. Allerdings waren auf diesem Flurstück bereits 3318 Werteinheiten für andere Bebauungspläne genutzt worden. Also fehlen der Gemeinde noch 3851 Werteinheiten. Und auch dafür sollen Ersatzflächen im Landkreis Leer in Anspruch genommen werden, genauer in Schwerinsdorf auf einem Flächenpool.

Die Kritik des Landkreises an den geplanten Kompensationsmaßnahmen kann Bürgermeister Hermann Block nicht nachvollziehen, schließlich seien diese im Vorfeld mit dem Landkreis abgestimmt worden. Der Fachausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, den Bebauungsplan als Satzung und die Änderung des Flächennutzungsplans zu beschließen.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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