Bösel /Großenkneten Die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg geben den Putenbrütereien Rückendeckung. Diese hatten vor zwei Monaten genau 557 771 Putenküken getötet und in der Tiermehlfabrik in Kampe (Friesoythe) beseitigt. „Die Brütereien haben nachvollziehbar dargelegt, dass keine vernünftige Handlungsalternative zur Verfügung stand, die Tötung der Küken zu vermeiden“, teilte der Landkreis Cloppenburg dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit. So sieht es auch der Landkreis Oldenburg.

Da es aufgrund des Exportstopps und auch wegen der nicht genehmigten Wiedereinstallung keinen Abnehmer für die Küken gibt, wurden die Küken nach dem Schlüpfen getötet. Der niedersächsische Agrarminister erfuhr davon und bat die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg um weitere Veranlassung. Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten von Wirbeltieren nur dann, wenn ein sogenannter vernünftiger Grund vorliegt. Minister Christian Meyer (Grüne) hatte Zweifel daran, dass dies der Fall gewesen sei, begründete ein Ministeriumssprecher die Anweisung aus Hannover. Handelte es sich um einen Verstoß gegen Tierschutzbestimmungen? Musste ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet oder sogar der Staatsanwalt eingeschaltet werden?

Die Brütereien sahen einen vernünftigen Grund für die Tötung. Der Landkreis Cloppenburg schloss sich dieser Rechtsauffassung an – ebenso wie der Landkreis Oldenburg.

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Die Landkreise Cloppenburg und – mit Abstrichen mit der Mast von einer Millionen Puten – und Oldenburg gelten als deutsche Putenzucht-Hochburgen. Mehr als 40 Millionen Küken schlüpfen dort – die Brüterei des Böseler Betriebes Kartzfehn in Neuenkruge (Ammerland) mitgerechnet – jedes Jahr, von denen die meisten an Mästereien in der Region, an andere deutsche Mäster und ein Teil an Mastbetriebe im Ausland verkauft wird. Doch nach dem Ausbruch der Vogelgrippe wurde die Hochburg durchweg zur Sperrzone. Rund um Garrel – mit den Fällen Garrel I, II und III damals besonders betroffen – durften die Mäster in einem Fünf-Kilometer-Gebiet rund um die betroffenen Ställe keine Küken mehr einstallen.

Das betraf durch die Bank immer wieder bis zu 100 Ställe mit mehr als einer Million Puten. Und dann musste der Export der Küken auch noch aus seuchenrechtlichen Gründen eingestellt werden. Als die Geflügelgrippe zuerst in Harkebrügge vor gut 100 Tagen und dann rund um Weihnachten in Garrel ausbrach, gaben die Brütereien keine weiteren Eier in den Brutprozess. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits hunderttausende Eier angebrütet worden. Die Brütereien entschieden, sie töten zu lassen.

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 38 Millionen Puten geschlachtet, davon kommt rund ein Drittel aus dem Kreis Cloppenburg. Die Hennen werden nach 15 bis 17 Wochen in Schlachthäusern getötet, die männlichen Tiere nach maximal 22 Wochen.

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