Betrifft: „Keine Hinweise auf Umweltrisiken“ (NWZ vom 24. November)

Die im Frühjahr 2008 veröffentlichten Untersuchungen und die am Montag, 23. November, vorgestellte Studie haben eindeutig eine statistisch signifikante Erhöhung der Krebssterblichkeit für das Untersuchungsgebiet ergeben. Besonders betroffen sind Frauen, deren Krebsübersterblichkeit beruht dabei insbesondere auf gynäkologischen Tumoren.

Die Verteilung der Krebssterbefälle mit dem Hauptgewicht auf hormonell beeinflussten Tumorformen ergibt einen Hinweis auf eine Promotionswirkung, das heißt, dass über Jahre das Immunsystem durch Umweltschadstoffe gelähmt worden ist. Die Immunschwäche ist dann der Auslöser für eine Krankheit, die ohne sie später oder nie zum Ausbruch gekommen wäre.

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Dieses Wissen muss den Gesundheitsbehörden bekannt sein, und daher ist auch die Gesamtaussage, „dass die diagnosenspezifische Analyse keine Hinweise für Häufungen von spezifischen Krebsdiagnosen ergab, die besonders im Zusammenhang mit Schadstoffexpositionen zu diskutieren wären“, äußerst bedenklich und nicht mehr zeitgemäß. Die Aussage ist auch nicht hinnehmbar, da alternative Erklärungen für die hohe Krebssterblichkeit nicht angeboten werden.

Wenn das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) schon feststellt, dass Benzol und verschiedene Pestizide als mögliche umweltbedingte Risikofaktoren für das Multiple Myelom, aber auch für andere Krebsformen diskutiert werden, dann stellt es einen Zusammenhang zwischen der über das gesamte Diagnosespektrum aufgetretenen Krebshäufung und möglichen Umweltrisikofaktoren her. Es ist die Aufgabe der Behörden, aufzuzeigen, welche Schadstoffe von der betroffenen Bevölkerung aufgenommen werden.

Daher sind die Aussagen des Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen (EKN), „man kann nicht suchen, ohne zu wissen, was man sucht ... eine Vorahnung, ein Verdacht (sei) notwendig“ und „mehr könne man im Moment nicht tun“, als Ausweichmanöver anzusehen. Es sollte bekannt sein, dass z.B. Benzolexposition durch Urinanalyse sehr wohl Rückschlüsse auf eine chronische Belastung erlauben.

Fakt ist, dass jegliche Erhöhung von Krankheitsarten mit eindeutigem Bezug auf Umweltfaktoren auch bei Unterschreitung der Grenzwerte auf einen Ursachenzusammenhang hinweisen. Allein der Hinweis genügt, um den örtlichen Emissionsquellen nachgehen zu müssen. Die ablehnende Haltung gegenüber etwaigen umweltbedingten Risikofaktoren wirft kein gutes Licht auf die Landes- Gesundheitsbehörden, die sich nicht abweisend, sondern umweltmedizinisch und sozialmedizinisch um die Klärung einer drängenden Frage bemühen sollten.

Für den VVC

Dieter Thomee

49 661 Cloppenburg

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