BARßEL „That’s so surreal!“ Mike O’Hara kann es immer noch nicht glauben: Der US-Amerikaner aus Charlotte/ North Carolina steht zusammen mit seiner Frau Paddy tatsächlich vor der Windmühle in Barßel. Begleitet hat ihn dieses Bauwerk schon ein Leben lang – allerdings kannte der heute 52-Jährige es bislang nur von vergilbten Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Familien-Album.

1926 ausgewandert

Seinem Urgroßvater Johann Friedrich Ebkens (1855-1919) gehörte die Mühle. Und hier wuchs auch sein Großvater Bernhard Ebkens auf, weiß O’Hara von seinen Nachforschungen. 1926 wanderte dieser dann in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Von Bremen aus fuhr er mit dem Schiff ins ferne Philadelphia. Ein Jahr später folgte ihm seine Braut Maria Behrens, ebenfalls aus Barßel. In Baltimore, der größten Stadt des Ostküsten-Staates Maryland, ließen sich die Auswanderer nieder.

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Nur einmal kehrten sie nach Deutschland zurück. „Das war im Sommer 1953, die ganzen Ferien haben sie hier verbracht“, erinnert sich Helene Ebkens zurück. Die 88-jährige Barßelerin ist eine Nichte des Auswanderers, ihr Vater war ein Bruder von Bernhard Ebkens und ihre Mutter eine Schwester von Maria Behrens. Mit den Eltern von Mike O’Hara hatte sie über die Jahre Kontakt gehalten und nach deren Tod schrieb sie ihm regelmäßig Briefe. Ihren Neffen jetzt leibhaftig vor sich stehen zu sehen, das sei schon etwas seltsam, sagt die alte Dame und schaut vorsichtig in Richtung der Verwandtschaft aus Übersee.

„Gutes Gefühl“

Die ist immer noch ganz begeistert vom Anblick der Windmühle. Zum ersten Mal sei er nun in Europa, zum ersten Mal in „Germany“, erzählt Mike O’Hara. Er war eingeladen worden zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. „Und da war klar: Wir müssen auch nach Barßel!“ Als sie dann von der Bundesstraße in den Ort einbogen, sei dass ein „unglaublich gutes Gefühl“ gewesen, beschreibt er. „Genau dort zu sein, wo mein Großvater gelebt hat.“ Und dann sei das Auto in die Allee eingebogen und sein Blick fiel auf diese Mühle. Seine Großmutter hätte in ihrem Haus viele Bilder von Windmühlen aufgehängt und überall hätten kleine Porzellan-Windmühlen gestanden. „Das war wohl ihre Art des Erinnerns.“

Für ihre Art der Erinnerung haben die Amerikaner nur einen Tag Zeit. Schnell machen sie noch einen Spaziergang über den Friedhof. Schon am nächsten Morgen startet der Flieger in Richtung Carolina.

Stefanie Dosch Newsdeskmanagerin / Politikredaktion
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