Cloppenburg /Elsten Maria Furtwängler hat die große Ehre, als Kommisssarin Charlotte Lindholm im 1000. Tatort zu ermitteln, der am Sonntag ausgestrahlt wird. In ihrem ersten Fall versetzte die heute 50-Jährige vor ziemlich genau 15 Jahren die kleine Ortschaft Elsten in der Gemeinde Cappeln in helle Aufregung. Zwei Tage wurden dort in der urigen Gastwirtschaft von Marcel Beckmann Teile des Tatorts „Lastrumer Mischung“ (Erstausstrahlung: 7. April 2002) gedreht. Seinerzeit ging es um die Ermordung eines Bauers mit vergifteten Keksen. „Zwei Tage war die Filmcrew hier. Die Dreharbeiten begannen erst ab 21 Uhr“, erinnert sich der 80-Jährige im Gespräch mit der NWZ.

Maria Furtwängler und deren Schauspielkollegen Uwe Rohde und Nina Hoger hätten sich wohl in Elsten gefühlt, so Beckmann. Während der Drehpausen hielten sie sich häufig in der Gastwirtschaft auf oder in Beckmanns Küche, wo man Furtwängler beim Brötchenschmieren antraf, während sich Hoger in der Kneipe mit einem Kartenspiel die Zeit vertrieb. Dabei zeigte sich Hoger besonders pfiffig, als sie von einem Fan um ein Autogramm gebeten wurde. Da sie keine Autogrammkarten griffbereit hatte, schrieb sie ihren Namenszug auf die Herz-Dame des Kartenspiels.

Praktisch auch, dass Beckmann direkt neben der Gaststätte einen Lebensmittelladen hat. „Die Mitarbeiter der Filmcrew sind immer durch die Küche in den Laden gegangen, um sich mit Getränken und Süßigkeiten zu versorgen“, sagt Beckmann. Eine Stärkung war auch vonnöten, denn als im Obergeschoss gedreht wurde, musste die ganze Ausrüstung die Treppe hochgewuchtet werden. „Die waren ganz schön am Pusten. Denn es mussten ja die Kameras und die Beleuchtung auch mit hoch“, sagt Beckmann und lacht. Er selbst nahm während der Dreharbeiten seinen eigens kreierten „Tatort-Glühwein“ mit ins Sortiment auf.

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Über den großen Aufwand, der seinerzeit bei den Dreharbeiten betrieben wurde, staunt der Gastwirt noch heute. „Filme machen ist schon eine Welt für sich“, meint Beckmann, dessen Lebensmittelladen und Gastwirtschaft seit 1892 besteht. Nur selbst mitspielen wollte er doch nicht. Der Kaufmann hätte die Rolle des Wirtes übernehmen können, doch er winkte ab. „Vor laufenden Kameras zu agieren, wäre nicht mein Fall gewesen.“

Das kann die gebürtige Peheimerin Anne Ratte-Polle nicht von sich behaupten. Die 42-Jährige drehte 2008 mit dem wohl bekanntesten Tatort-Kommissar Götz George (gestorben im Juni 2016) in der Reihe „Schimanski“ die Folge „Schicht im Schacht“ – und war am Ende auch noch die Mörderin. „Es war toll zu sehen, wie er arbeitet, und es war sehr toll mit ihm zu spielen. Sobald die Kamera lief, ging eine unglaublich starke Energie von ihm aus. Das habe ich selten so erlebt. Außerdem gab er mir auch noch gute Ideen fürs Spiel“, so Ratte-Polle. Nach dem Schimanski-Dreh ist sie noch gleich viermal im Tatort zu sehen gewesen: 2009 bei „… es wird Trauer sein und Schmerz“, 2013 in „Die Wahrheit stirbt zuerst“ sowie in diesem Jahr gleich zweimal in den Folgen „Hundstage“ und „Narben“.

Ratte-Polles Schauspielkollege Josef Ostendorf (60/gebürtig aus Cloppenburg) war bislang dreimal im Tatort dabei. 2007 ging’s zu den Kommissaren Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe), 2013 zu Felix Murot (Ulrich Tukur; Ostendorf: „Mein Lieblingskommissar“) und 2014 zu den Quotenkönigen Frank Thiel (Axel Prahl) und Friedrich Boerne (Jan-Josef Liefers). „Im Münster-Tatort habe ich einen Patienten gespielt, der immer grauenvolle Schlager von den Amigos mitgesungen hat. Das zu lernen, war schrecklich. Das ganze Team hat sich köstlich amüsiert.“


NWZplay zeigt eigenen Tatort auf   www.youtube.com/nwzplay 
Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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