Ramsloh Der Ärger um die Lärmbelästigung durch die Kartbahn an der Hauptstraße 551 zwischen Ramsloh und Strücklingen geht in die nächste Runde: Eine Initiative „Schutz vor Kartbahnlärm“, bestehend aus Bürgern aus Ramsloh und Strücklingen, hat sich gegründet und innerhalb einer Woche 663 Unterschriften (eine pro Haushalt) gesammelt. Diese übergaben die Ramsloher Bernhard Kruse, Marlies Fugel, Franziska Harms, Karl-Johann Niemeyer, Anna Kruse und Leonhard Rosenbaum am Mittwochabend Bürgermeister Hubert Frye im Rathaus an der Hauptstraße 507 in Ramsloh.

Wie berichtet, hat der Betreiber der Motodrom GmbH beim Landkreis Cloppenburg einen Antrag gestellt, der auf den Austausch der Motoren seiner Maschinen abzielt. Fahren dürfen die Maschinen bis 22 Uhr abends. In der Woche ist dort kaum etwas los. Am Wochenende und an Feiertagen herrscht Hochbetrieb auf der Kartbahn – zum Ärger vieler Bürger. Durch den Austausch der Motoren befürchten die Bürger nun noch größeren Lärm.

Als die Kartbahn vor 20 Jahren von Stickhausen nach Ramsloh verlegt wurde, seien weniger Karts gefahren und die Leistung der Motoren sei nicht so hoch gewesen, sagte Rosenbaum. Heute würde es dort viel mehr und hochtourigere Karts sowie Motorräder geben.

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„PS-Zahl hat sich erhöht“

Anfangs seien es nur einige Maschinen mit 5,5 PS und zwei mit elf PS gewesen. „Die PS-Zahl hat sich erhöht. 2009 hat der Betreiber einen entsprechenden Antrag gestellt“, fügte Karl-Johann Niemeyer, der Sprecher der Initiative, hinzu. Der Landkreis und das Gewerbeaufsichtsamt hätten dem Antrag damals stattgegeben. „Wir wurden darüber damals nicht informiert“, ärgerte sich Niemeyer, der in unmittelbarer Nähe des Motodrom wohnt.

Forderungen der Initiative

Bereits seit Jahren fühlen sich Bürger aus Ramsloh und Strücklingen durch den Lärm, der von der Kartbahn ausgeht, gestört.

Konkret fordert die Initiative „Schutz vor Kartlärm“ nun: 1. Die Durchsetzung lärmbegrenzender Maßnahmen und die strikte Einhaltung der Ruhezeiten; 2. Die vollständige Stilllegung des Kartbahnbetriebs, wenn gegen Genehmigungsauflagen verstoßen wird; 3. Transparente Informationen mit Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren zum Kartbahnbetrieb; 4. Die Durchführung aktiver Lärmschutzmaßnahmen nach dem Verursacher-Prinzip; 5. Die Durchführung einer permanenten Kontrolle der Lärmbelästigung mit Erfassung der tatsächlichen Anzahl der Fahrzeuge und deren tatsächlichen Lärmspitzenwerte; 6. Die Durchführung nicht angemeldeter Kontrollen bezüglich der verwendeten Fahrzeuge.

Doch die Maschinen des Kartbetreibers seien nicht das größte Problem. „Viele Urlauber bringen ihre eigenen Motorräder mit“, sagte Niemeyer. Die Lärmmessung, die der Landkreis schon einmal durchgeführt hatte, habe sich aber nur auf die eigenen Maschinen des Betreibers bezogen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Karts, fordern aber, dass nur gemessene Karts zugelassen werden oder, dass der Betreiber seinen Standort wechselt.“

„Auf der Bahn wird bis 22 Uhr gefahren. Man kann kein Fenster offen lassen“, sagte Rosenbaum. Vor allem auch Kinder, die am nächsten Tag in den Kindergarten oder zur Schule müssen, könnten nicht schlafen. „Wir können die Terrasse nach 16 Uhr nicht mehr nutzen“, ärgerte sich Marlies Fugel.

„Lärm unerträglich“

Und auch Bürgermeister Hubert Frye, der in Ramsloh wohnt, kann den Ärger verstehen. „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Lärm unerträglich ist. Ob allerdings unsere subjektive Wahrnehmung auch die objektiven Werte überschreitet, muss ein Gutachten klären“, sagte Frye. Er habe mit dem Antragsteller gesprochen. „In den letzten Wochen war es relativ ruhig auf der Kartbahn. Der Betreiber hat natürlich mitbekommen, dass Unruhe herrscht“, sagte Frye. „Er hat mir deutlich gesagt, er wolle keinen permanenten Ärger.“

Frye geht davon aus, dass der Landkreis nun „ernsthafte Prüfungen“ durchführen werde. „Ich werde die Unterschriftenliste weitergeben als Eingabe der Bürger zur Berücksichtigung beim Antrag“, so der Bürgermeister. „Die Unterschriften sprechen eine deutliche Sprache. Ich hoffe, dass wir dann unsere Wochenend-Ruhe bekommen werden.“

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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