CLOPPENBURG Rund drei Millionen Euro will die Stadt Cloppenburg in die Umgestaltung ihrer 32 Jahre alten Fußgängerzone stecken. 50 Prozent der Summe sollen im Rahmen des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kommen. Die andere Hälfte übernimmt die Stadt „unter maßgeblicher privater Kostenbeteiligung“, so Planungsamtsleiter Hermann Asbree am Mittwoch im Planungs- und Umweltausschuss.

In welchem rechtlichen Rahmen die Anlieger bzw. Grundstückseigentümer – so Asbree weiter – zu einer Kostenbeteiligung herangezogen werden könnten, werde zurzeit juristisch geprüft. Es seien aber auch freiwillige vertragliche Vereinbarungen denkbar, schließlich würden durch die Attraktivierung der Langen Straße Umsätze und Immobilienwerte gesteigert

Erste konkrete Pläne stellte Stephanie Janning vom Planungsbüro „Ingenieurplanung“ (Wallenhorst) vor. Die recht schmale Lange Straße müsse vor allem mit den Elementen „Licht“ und „Wasser“ aufgewertet werden. Vor allem die drei Eingänge zur Fußgängerzone inklusive Mühlenstraße – Obere Lange Straße, Bahnhofstraße und Osterstraße – müssten mit beleuchteten Wasserspielen aufgewertet werden, um Besucher auch abends auf die City aufmerksam zu machen. Auf dem LzO-Platz sollen Licht und Wasser Einzug halten. Sehr wichtig sei auch eine Umgestaltung der insgesamt zehn Passagen.

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Die Lange Straße als solche bekommt mit einem neuen Pflaster inklusive zweier Entwässerungsrinnen eine neue Linienführung. Unter anderem damit will man das derzeitige Chaos aus Werbeschildern und Auslagetischen – auf maximal 1,2 Metern vor den Geschäften – in den Griff bekommen. Fünf Meter in der Mitte der Fußgängerzone bleiben frei. Das Bild abrunden werden nach den Plänen von „Ingenieurplanung“ schmale und farbenfrohe Bäume (z.B. chinesische Zierbirne) sowie neue Sitzgelegenheiten und Stadtspielgeräte für Kinder.

Fast gar nicht bedacht wird die Mühlenstraße. Asbree: „Hier haben wir erst kürzlich mit der Umgestaltung des Stadthallenvorplatzes ein Highlight gesetzt.“ Außerdem sei es sinnlos, dort Geld zu investieren, wenn unklar sei, was künftig im oberen Teil der Straße passiere.

Uneins waren sich die Ausschussmitglieder zunächst über die Gründung eines Arbeitskreises. So plädierten die Ausschuss-Mitglieder Günther Hegger, Maria Aumann (beide CDU) und Yilmaz Mutlu (FDP) dafür, erst dann einen solchen Kreis zu gründen, wenn feststehe, wie viel Geld die Anlieger bereit seien zu geben. Das genau umgekehrte Argument lieferten Peter Hackmann (SPD) und Doris Hellmann (UWG). Der Arbeitskreis müsse Ideen erarbeiten, mit denen Anlieger begeistert – und zahlungswillig – gemacht werden könnten.

Der Kompromiss: Nun soll der Verwaltungsausschuss einen Arbeitskreis bilden, der mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Vertretern der betroffenen Anlieger/Grundstückseigentümer die Planungen zur Umgestaltung vorantreibt.

Geht es nach dem Willen der Stadt soll bereits in der zweiten Hälfte 2010 mit der Umgestaltung begonnen werden. Bis Ende 2012 sollte alles erledigt sein, denn genau ein Jahr später muss die Schlussrechnung für die Erlangung der europäischen Fördergelder vorliegen.

Quo vadis, Lange Straße? Beim Bau der Fußgängerzone vor 32 Jahren hielten sich die meisten Anlieger hinsichtlich der Finanzierung vornehm zurück. Diesmal soll’s anders laufen, die Stadt will vorher in Euro und Cent wissen, was den Hausbesitzern und Grundstückseigentümern die Attraktivitätssteigerung ihrer Straße wert ist. Ansonsten wird es keine Umgestaltung geben. Und das ist gut so. Denn es kann nicht sein, dass ausschließlich mit Steuergeldern dafür gesorgt wird, dass Immobilien von einzelnen Bürgern künftig mehr wert sind oder deren Mieteinnahmen und Umsätze steigen.

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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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