CLOPPENBURG Unter dem Motto „Ja zur Krebsursachenforschung – Nein zur Südtangente“ haben am Freitagabend auf Einladung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins für den Cloppenburger Südwesten (VVC) sechs Stadtratskandidaten in der Bauernschänke Wienken diskutiert. Michael von Klitzing (Die Linke), Dr. Hermann Bergmann (SPD), Michael Jäger (Die Grünen), Doris Hellmann und Constanze Korfhage (beide UWG) sowie Thorsten Persigla (FDP) waren vor 80 Besuchern angetreten. Mitglieder der CDU machte Franz-Josef Hermes (VVC) lediglich unter den Gästen aus.

Die Ursachenforschung zu den gehäuften Krebsfällen rund um die ehemalige Deponie Stapelfeld könne schwierig werden, sagte Prof. Dr. Irene Witte (Carl-von-Ossietzky-Uni Oldenburg), Expertin auf dem Gebiet der Umwelttoxikologie. Schließlich sei zwischen den Umweltsünden von einst bis heute viel Zeit vergangen. Außer Benzol könne in der Umwelt nichts mehr nachgewiesen werden. Zumal davon ausgegangen werden könne, dass die Kombinationswirkung aus den damalig möglichen vielen verschiedenen Stoffen größer sei, als die Summe ihrer Einzelwirkungen. „Wer wissen will, ob er heute belastet ist, fünf Milliliter Blut reichen dafür“, so die Wissenschaftlerin.

Moderator Alwin Meyer (VVC) stellte den Stadtratskandidaten unumwunden die Frage: „Wollen wir uns zusammenraufen?“ Von Klitzing ist froh, dass es in der Kreisstadt eine solche Bürgerinitiative gibt und unterstützt deren Arbeit. Dies tut auch Bergmann. Als Chemielehrer könne sich der SPD-Kandidat zwar gut in den Sachverhalt einarbeiten, als Kommunalpolitiker will er es aber lieber lassen. Wie Klitzing bedauerte auch Bergmann, dass die Stimmmehrheit keine Argumente im Stadtrat zulasse. Dafür sollten die privaten Kontakte zu CDU-Leuten genutzt werden, rät Meyer.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Hellmann hat als niedergelassene Ärztin eine andere Haltung. Die Fallzahlen der an Krebs Erkrankten seien nicht eindeutig und kein Beleg für Umweltgifte. „Bis heute kann niemand beantworten, was wie untersucht werden soll“, so die UWG-Frau. Persigla zeigte sich erschrocken, als er hörte, dass damals Kinder an der Deponie spielten.

Beim Thema Südtangente geriet Korfhage mit der Aussage, sie sehe einen Nutzen in der Straße unter Druck. Diese verbessere die Standortqualität für Betriebe und Bevölkerung und sei keine Schnellstraße. Meyer hielt ihr entgegen, zehn Familien müssten umgesiedelt werden, für eine Entlastung von drei bis 18 Prozent. Einigkeit herrschte unter den anderen Podiumsmitgliedern, dass die Planungen auf alten Zahlen beruhten und die Straße niemand brauche. Mit einem Planungspapier von 1993 überraschte Bergmann: Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese als damaliger Leiter des Fachgebiets Planen und Umwelt habe seinerzeit mit dem heutigen Planungsamtsleiter Hermann Asbree ein Zusammenwachsen Emstekerfelds mit dem Industriegebiet Westeremstek geplant. „In diese Planung passt die heutige Südtangente.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.