CLOPPENBURG Eine ganz persönliche Bilanz zum (fast) abgelaufenen Jahr hat Cloppenburgs ehemaliger Bürgermeister Joseph Voet auf Bitten der NWZ gezogen. Aber auch ein Ausblick auf 2008 durfte nicht fehlen. Die deutschlandweiten Meldungen über tödliche Kindesmisshandlungen haben den 79-Jährigen nach eigenen Angaben „äußerst schockiert“. „Ich kann es nicht begreifen, wie man solch kleinen Wesen den Schädel einschlägt, ihnen Nahrung vorenthält oder sonst wie quält.“ In diesem Zusammenhang hofft der ehemalige Rektor vor allem auf die „kämpferische Haltung“ von Familienministerin Ursula von der Leyen, um diesen „unvorstellbaren Handlungen“ Einhalt zu gebieten.

Etwas weniger Kämpfe im eigenen Lager wünscht sich Christdemokrat Voet dagegen von seinen Parteikollegen im Stadtrat und Stadtverband. Die Uneinigkeit zwischen Bürgermeister und Fraktion beim Thema „Möbel Albers“ und die Zerstrittenheit innerhalb der Partei/Fraktion – wie berichtet mussten Karl Kleier und Anton Krömer nach einer Auseinandersetzung mit Bernard Südbeck als stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihren Hut nehmen – hätten das öffentliche Erscheinungsbild der CDU angekratzt. „Und das ist auch für Cloppenburg nicht gut gewesen. Das ist nicht die Art von Politik, mit der ich groß geworden bin.“

Zweifellos sei die Arbeit im Rat auch schwieriger geworden. „Als ich 1976 anfing, waren wir gerade einmal 19 Personen, und jetzt sind es 37.“ Nichtsdestotrotz habe es im Rat und in der CDU-Fraktion eine politische Klimaveränderung gegeben – diese sei nicht unbedingt positiv gewesen, „denn der Ton macht immer noch die Musik“.

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Stichwort Erscheinungsbild: Es sei schade, dass der – erzwungene – Abgang von Dechant Alfons Kühling als Kuratoriumsvorsitzender des Cloppenburger Krankenhauses dessen Lebensleistung beschädigt habe. Denn Kühling – so Voet weiter – habe in der Stadt über Jahrzehnte „viele gute Dinge“ auf den Weg gebracht, so u.a. den Aufbau der HNO-Abteilung im Krankenhaus und den Umzug des Kinderheimes nach Bethen.

Der Tag der Altenpflege, der in diesem Jahr bereits zum 20. Mal in der Cloppenburger Stadthalle veranstaltet wurde, ist für Voet ein herausragendes Ereignis in der Stadt gewesen. „Wenn sich rund 700 junge Leute dafür interessieren, alte Menschen zu pflegen, dann ist das für mich eine tolle Sache.“

Äußerst angetan war Voet auch vom Oldenburger Münsterlandtag Anfang November. Die Identität Südoldenburgs sei dadurch einmal mehr eindrucksvoll gestärkt worden.

Bestürzt zeigte sich der Pensionär vom – gesundheitlich bedingten – Rückzug August Moorkamps als Pfarrer seiner Heimatgemeinde St. Josef. Auch der Tod von Voets Bruder Rudolf am 11. Dezember, der bis 1989 als Rektor, Schulpfarrer und Dechant vor allem im Dekanat Delmenhorst tätig war, hat Spuren hinterlassen. „Wir sind insgesamt sieben Geschwister gewesen. Das war jetzt der erste Todesfall.“

Wer wie Joseph Voet im April kommenden Jahres runde 80 Jahre alt wird, hat meist nur einen Wunsch: Gesundheit. Und dafür tut er eine ganze Menge: Dreimal die Woche Früh-Schwimmen und dreimal Nordic-Walking sorgen für viel Bewegung. Dass Voet 2006 zum 40. Mal das Deutsche Sportabzeichen ablegte, und dafür in diesem Jahr vom Kreissportbund zum „Sportler des Jahres“ gekürt wurde, spricht für sich. Und wenn sich Voet etwas für „seine Stadt“ wünscht, dann kommt er schnell aufs Ehrenamt zu sprechen. „Ich hoffe, dass auch 2008 die Menschen unermüdlich im Einsatz sind.“

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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