ALTENOYTHE Wenn am kommenden Sonntag mehrere Millionen Bürger zur Wahlurne schreiten, um ihre Stimmen bei der Bundestagswahl abzugeben, lehnen sich Margarete Wieland (83), Ursula Krause (75) und Norbert Schlarmann (63) gemütlich zurück und sparen sich den Weg ins Wahllokal. Nicht, weil sie kein Interesse an der Wahl haben. Im Gegenteil. Die drei Bewohner des Seniorenzentrums „Haus am Pastorenbusch“ in Altenoythe haben schon längst gewählt. Per Briefwahl.

„Man muss das Wahlrecht wahrnehmen, sonst ist die Demokratie nichts wert“, sagt Schlarmann. „In einer Demokratie muss jeder mitmachen“, ergänzt Krause. Daher war es für die drei Rentner selbstverständlich, zwei Kreuze auf dem Wahlzettel zu machen.

„Alle Wohnheim-Bewohner sind bei uns gemeldet“, sagt Einrichtungsleiter Christian Drees. Daher kommen die Wahlbenachrichtigungen auch im Seniorenzentrum an. „Wir geben jedem Bewohner die Möglichkeit, an der Wahl teilzunehmen“, so Drees. Entweder werde die Briefwahl beantragt oder man organisiere Fahrten zu den Wahllokalen. Die Briefwahl werde aber deutlich bevorzugt, sagt der Einrichtungsleiter.

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Margarete Wieland, Ursula Krause und Norbert Schlarmann haben sich vor ihrer Stimmabgabe umfassend informiert – anhand der Tageszeitung, von Fernsehsendungen und von Radiobeiträgen. So habe Ursula Krause das Kanzlerduell im TV sehr gut gefallen. „Wir diskutieren aber auch selbst gerne über Politik“, sagt Schlarmann. Im Fokus ihrer Interessen stehen die Wirtschaftspolitik und die Rentenpolitik. „Natürlich möchten wir wissen, wie es mit der Rente weitergeht“, sagt Wieland. Früher habe sie auch oft auch an Wahlveranstaltungen teilgenommen. Jetzt vermisse sie, dass kaum ein Politiker den Weg ins Seniorenzentrum finde – nicht einmal im Wahlkampf. „Dabei muss man viel mehr miteinander reden“, so Wieland.

Drees freut sich, dass die Mehrzahl der Bewohner bei der Bundestagswahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Die 83-jährige Wieland betont: „Das Alter spielt ja auch keine Rolle, viel wichtiger ist die geistige Frische.“

Damit hat die 83-Jährige einen wichtigen Kern getroffen. Denn nicht jeder ältere Mensch kann an der Wahl teilnehmen. Im Bundeswahlgesetz steht: „Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist (...) derjenige, für den zur Besorgung aller seiner Angelegenheiten ein Betreuer (...) bestellt ist.“ Das ist zum Beispiel bei vielen Demenz-Kranken der Fall.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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