Stapelfeld „Vier Grad Erhöhung bis 2100“, Moderator Paul Fabianek (24) winkt nach der ersten Runde ab, „das ist erschreckend.“ Im großen Saal der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) müssen die Verhandler der Industrienationen, Chinas, Indiens und der Entwicklungsländer noch mal an den Tisch. UN-Klimakonferenz in klein: Bei der Werkwoche des ND über Silvester wurde simuliert, wie die Welt zu retten ist. Maximal um zwei Grad darf die Temperatur in 80 Jahren steigen. Alt und Jung debattierten, während vor dem Fenster die Kids protestierten: „Die Ozeane wachsen“, stand da auf einem Plakat, „aber wir auch.“

Bei der kreativen Werkwoche des ND zum Jahreswechsel widmen sich die Teilnehmer fünf Tage lang einem Thema. Der „ND – Christsein heute“ wurde als Bund Neudeutschland nach dem Ersten Weltkrieg von Jesuiten gegründet. Er versteht sich heute als christliche Gemeinschaft, die Wert auf Bildung und Gemeinschaft legt. 4000 Mitglieder hat der Akademikerverband, 160 Teilnehmer, teilweise aus der Schweiz, Berlin und Hamburg, waren jetzt nach Stapelfeld angereist. Sie genossen einen Mix aus Vorträgen, spielerischen Aktionen, Musik und Entspannung. Die Jüngsten waren knapp zwei, die Ältesten über 80 Jahre alt. „Diese Gruppe ist unglaublich kreativ“, sagt Akademie-Dozent Dominik Blum.

„Klima schon gewandelt.“ Das Motto der Werkwoche zielte nicht nur auf das Wetter. Dominik Blum lenkte den Blick auch auf das Klima in der Kirche. Mit quasi-religiösem Text von Wolfgang Niedecken (BAP), Schalke-Werbung und spitzen Karikaturen zeigte er, wie heute Glaube kommuniziert werden kann. Mit Humor, fragend, ehrlich, mit Überzeugung, aber nicht unbedingt mit Konfession.

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Sein Vorgänger Dr. Heinrich Dickerhoff, selbst ND-Mitglied, kritisierte den Klima-Wandel in der Gesellschaft: Vereisung des Mitgefühls, andererseits Überhitzung bis zu Hysterien. Auf die gewohnt märchenhafte Weise gab er biblische Wegweiser zum seelischen Klimaschutz.

Materieller wurde es bei ND-Mitglied Stefan Becker. Der Verwaltungschef des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ berichtete über die „Klima Kollekte“. Ein Kompensationsfonds zahlreicher kirchlicher Verbände, der Klima schützt, indem er CO2-reduzierende Projekte in vielen Ländern fördert. Wer etwa fliegen muss, kann durch eine Ausgleichszahlung anderswo Klima bessern und Armut lindern. Das Prinzip, so Becker: „Wer sündigt, soll zahlen.“

Wie viele katholische Verbände ist der ND überaltert. Bei den Werkwochen allerdings bilden Kinder und junge Erwachsene die Mehrheit. Spürbar beispielsweise bei den sogenannten TED-Talks, bei denen Studenten positive Entwicklungen aus ihren Wissenschaften darstellten.

Da ging es bei der Architekturstudentin Sarah Eusemann um künftigen Städtebau, den Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Recycling. Der Elektroingenieur Sven Neumann räumte mit gängigen Vorurteilen über E-Autos auf. Carlotta Hug und Charlotte Rettenmayr berichteten über Vor- und Nachteile des Freiwilligendienstes im Ausland. Ein Dienst, der das Binnen-Klima der Kulturen verbessere.

In der simulierten Weltklimakonferenz am Silvestertag, eine Variante des beim ND üblichen Familienspiels, verbesserte sich der Temperaturanstieg im Jahr 2100 nach der zweiten Verhandlungsrunde auf 2,9 Grad plus. „Immer noch zu viel“, sagte ein Teilnehmer, „aber die Inder wollten nicht auf ihr Wachstum verzichten.“ Das Klima-Motto wirkte sich auch direkt auf die ND-Tagung aus. Die Küche war vegetarisch – wer Fleisch wollte, musste es vorher anmelden. Früher war das umgekehrt.

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