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Einigung in Tarifverhandlungen
2,8 Prozent mehr Geld für Beschäftige des Öffentlichen Dienstes

KREIS CLOPPENBURG KREIS CLOPPENBURG - „Luftrowdys“ in Militärjets am deutschen Himmel müssen künftig kaum noch den Verlust ihres Flugscheins oder andere Sanktionen befürchten. Das mobile Tiefflugüberwachungsradar „Skyguard“, das über 20 Jahre die Piloten weitgehend disziplinierte, wird am 1. Oktober selbst aus dem Verkehr gezogen. So wollen es Polit- und Militärkreise auf Betreiben des Bundesrechnungshofes. „Skyguard“ ist ihnen zu teuer.

Gestern beendete die vierköpfige Crew des in Wunstorf stationierten Systems, eines von vieren bundesweit, mit Einsatzleiter Oberstleutnant Peter Blüthgen den letzten Einsatz in Niedersachsen. Den absolvierten die „Himmelswächter“ in dieser Woche an einem Maisfeld zwischen Lastrup und Cloppenburg – ohne besondere Vorkommnisse am Himmel.

Zum Abschied waren unter anderem Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage, Löningens Bürgermeister Thomas Städtler sowie Klaus Dziondziak von der Gemeinde Essen gekommen. Sie bedauerten das politisch-militärische Aus für „Skyguard“ außerordentlich – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Vergangenheit. Vor allem Eveslage und Dziondziak erinnern sich noch gut an die Zeiten, als in der hiesigen „Low Flying Area 1“ die Tiefflieger montags bis auf 75 Meter runtergehen durften, die Piloten das weidlich ausnutzten, und sich viele Menschen durch den ohrenbetäubenden Lärm terrorisiert fühlten. Die ungezählten Proteste, auch gegen vermeintliche Verstöße zu anderen Zeiten, sind Legende.

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Damals, Anfang bis fast Ende der 80er Jahre, peitschten die Nato-Piloten in 88 000 Tiefflugstunden über die alte BRD, heute sind es gerade mal 14 000. Außerdem ist die Tieffluggrenze von 75 auf 300 Meter angehoben worden und wird nur in Ausnahmefällen für 150 Meter genehmigt. „Skyguard“ war vor allem aufgrund des Protestes in der Bevölkerung konzipiert worden, um angesichts der ohnehin massiven Belastung „Jet-Cowboys“ einzubremsen. Offensichtlich mit Erfolg: Das Luftwaffenamt registriert nach eigenen Angaben auf 3000 Flugaufzeichnungen lediglich zehn Verstöße.

Dieser Nachweis wird ohne den „Skyguard“, der die Herkunft und Daten der Jets in einem Umkreis von 20 Kilometern bis auf den Meter genau und gerichtsfest dokumentieren kann, nach Aussage von Blüthgen und seiner Crew künftig nur noch schwer zu führen sein. Denn das noch unausgereifte Folgesystem basiere auf herkömmlicher Flugüberwachung, sei deutlich unpräziser und nicht gerichtsverwertbar. Und ob es billiger wird, scheint ebenfalls fraglich. Denn die Verwendung von „Skyguard“ ist offen. Eine Option ist die Abgabe an andere Dienststellen der Bundeswehr – mit entsprechenden Folgekosten. Die „Skyguard“-Crew, deren Mitglieder als Beamte bei der Bundeswehr beschäftigt sind, machen zumindest keinen Hehl aus ihrem Frust über die Auflösung: „Da haben Leute in der Theorie entschieden, die von der Praxis keine Ahnung haben“, sagten sie gestern der NWZ, und „die Luftwaffe will offensichtlich nicht überwacht werden.“

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