Garrel Für Jürgen Tabeling endete die Wahlabend tief in der Nacht. Nachdem der Gastwirt für das Wählerbündnis „Bürger für Garrel“ (BfG) das deutlich beste Ergebnis aller Ratskandidaten geholt hatte – 1468 Stimmen – musste er noch um den Einzug in den Kreistag zittern. Dort war er als Einzelbewerber antreten. Doch auch das klappte mit 2220 Stimmen.

Das musste im Anschluss gebührend gefeiert werden – und wurde es. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagte Jürgen Tabeling, der seit 15 Jahren im Garreler Gemeinderat sitzt. Ihm sei bereits eine Koalition auf Kreisebene angeboten worden. Ein Zusammenschluss mit den „Unabhängigen“? „Mal schauen“, sagte Tabeling. Nur mit der AfD werde er keine Koalition eingehen. Gerade in den zentrumsnahen Wahlbezirken zog die BfG ihre Stimmen.

Katerstimmung

Katerstimmung bei den Christdemokraten. In den Kreistag zogen immerhin drei der vier Bewerber der CDU ein: Richard Cloppenburg (2581 Stimmen), Bernhard Hackstedt (2575 Stimmen) und Herbert Holthaus (über die Liste) bleiben dem Kreistag erhalten. Stefan Meyer schaffte den Sprung in den Kreistag nicht.

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Auf Gemeindeebene zeigte sich Gemeindeverbands-Vorsitzender Herbert Holthaus einigermaßen ratlos ob des Verlustes von mehr als 20 Prozent der Stimmen. Die CDU kam auf nur noch 60,8 Prozent und kann so noch 17 Sitze auf sich vereinen. Vor fünf Jahren waren es noch 23 gewesen, im vergangenen Jahr hatten sich Arnold Hannöver, Jürgen Tabeling, Professor Dr. Markus Kemper und Josef Berkemeyer von der CDU abgespalten. Sie waren im Wählerbündnis BfG angetreten. Einzig Josef Berkemeyer schaffte den Sprung in den Rat nicht.

CDU-Schlappe im Ort

Auffällig: In den Kirchdörfern gab es gute CDU-Werte, die Kandidaten gingen fast überall durch: In Varrelbusch gab es für die CDU das beste Ergebnis mit 84,1 Prozent. Die beiden CDU-Kandidaten Rainer Hilgefort und Birgit Werner wurden gewählt. Die Nikolausdorfer stimmten für ihre CDU-Kandidaten Clemens Wulfers, Rainer Engelmann und Josef Ferneding. In Falkenberg schaffte Josef Siemer den Sprung nicht, dafür Dirk Koopmann.

Das schlechteste CDU-Ergebnis gab es in Garrel-Ort mit 42,2 Prozent. Dieser Wahlbezirk war hingegen gutes Pflaster für die BfG, die hier 25,4 Prozent erreichten – lediglich auf dem Esch gab es mit 26,6 Prozent noch mehr. Und auch die Sozialdemokraten erreichten im Ort mit 20,8 Prozent ihr bestes Ergebnis.

Bohmann überrascht

Bei den Sozialdemokraten sorgte Tobias Bohmann wohl für die größte Überraschung: Der gerade 19-Jährige erzielte das beste Ergebnis in den Reihen der SPD und konnte 514 Stimmen auf sich vereinen. Ein Ergebnis, hinter dem „auch eine gewisse Erwartungshaltung steckt“, sagte Tobias Bohmann. Die wolle er nun auch erfüllen. Gemeinsam die Gemeinde voranbringen – über Parteigrenzen hinweg, darum gehe es jetzt – eine Aussage, wie von einem „alten Hasen“ gesprochen. So jemand ist SPD-Chef Paul Drees, der sich freut, dass „der Wähler unsere Arbeit und unsere Wahlkampf positiv bewertet hat“. Zwar knapp, aber immerhin sprang ein Ratsmandat für die SPD mehr heraus.

Leicht gestiegen ist die Wahlbeteiligung: von 53,5 Prozent 2011 auf nun 57,7 Prozent.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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