Betrifft: „Barßel bekommt ein neues Rathaus“ (NWZ vom 20. September).

Leider ist der Neubau schon durch den Gemeinderat befürwortet worden. Haben wir gar keine Chance, das Projekt noch zu stoppen?

Wieso hat man die Bürger über diese Abstimmung nicht im Vorfeld informiert und aufmerksam gemacht? (Zeitungsartikel, Flyer, Plakate). Befürchten gewisse Herrschaften, dass sie keinen Profit daraus ziehen können? Diese Entscheidung betrifft doch einen Jeden aus unserer Gemeinde.

Selbst politisch versierte mündige Bürger finden den Neubau als übertrieben und absolut nicht notwendig, da die Gelder weitaus besser investiert werden könnten. Wieso glaubt die Mehrheit des Gemeinderats: Er hätte im Sinne der Bürger entschieden? Meiner Meinung nach möchte sich nur Jemand ein „Denkmal“ setzen. Albern. Oder befürchtet man nach der Wahl doch nicht mehr soviel Stimmen zu bekommen, dass das Projekt „Neubau“ noch rasch durchgefochten werden musste. Bestes Beispiel für die nicht einkalkulierenden Kosten finden wir doch gleich in der Nachbarschaft. Und was wird dann aus Ihren tollen Vorstellungen? Bleiben die auf der Strecke? Oder stellen sich die Befürworter des Neubaus mit einer Sammeldose auf die Straße, weil das Geld fehlt? Für mich ist das keine vertrauenswürdige Politik.

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Jutta Eilebrecht Harkebrügge

Da frage ich mich als Bürger, ob die Politiker im Rat keine anderen Sorgen haben.

Wenn die Gemeinde schon über 11 Millionen Euro Schulden vor sich herschiebt und für wichtige Investitionen im Straßenbau, für Krippen und Kindergärten, Schulen und Sportstätten das Geld fehlt, können wir uns dann einen Rathausneubau leisten? Zudem ist unser Rathaus ganz und gar nicht baufällig. Sicher, es fehlt ein Aufzug und auch der Eingangsbereich könnte eine Renovierung vertragen, aber das kostet doch nicht gleich Millionen. Und dann gleich das ganze Rathaus abreißen und ein neues bauen?

Wenn es an Platz mangelt, sollte man sich doch mal im Ort umsehen, wie viele Leerstände schon da sind. Da könnte man doch vielleicht den Touristikverein oder das Standesamt auslagern und so mehr Platz für die Verwaltung schaffen.

Damit würde der Ort an Attraktivität gewinnen und die Kommune müsste nicht befürchten, sich im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler wiederzufinden, zumal so ein Rathausneubau nicht ohne kommunale Steuererhöhungen zu verwirklichen sein dürfte. Und wer hat den Bürger gefragt?

Werner Ley Barßel

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