Ramsloh Das Thema, dass eine sechste Kindertagesstätte im Saterland geplant ist, ist eigentlich nicht neu. Im Dezember 2016 war es erstmals im Fachausschuss angesprochen, im April noch einmal besprochen worden. Dennoch wurde darüber am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie und Vorsorge noch einmal überraschend lange diskutiert. „Es sind noch viele Fragen offen“, sagte Jens Immer (CDU). Zwischen Ladung und Sitzung habe nur eine Woche gelegen. Die CDU habe es nicht geschafft, eine Fraktionssitzung zu dem Thema einzuberufen.

„Wenn die CDU-Fraktion es nicht hinkriegt, eine Sitzung einzuberufen, ist das nicht das Problem des Ausschusses“, meinte Elisabeth Schramm (Gruppe SPD/Grüne). Bezüglich des interfraktionellen Gesprächs, auf das sich der Ausschuss in der Sitzung im April zu dem Thema geeinigt hatte, bemängelte sie, dass ihr keine Ergebnisse bekannt seien.

52 Plätze fehlen

Dr. Henning Hormann (Gruppe SPD/Grüne) merkte an, dass ihm über das künftige Konzept zu wenig gesprochen werde. Er sei überrascht, dass schon etwas entschieden werden soll, obwohl die Gemeinde noch kein Grundstück für den Kindergarten hat, sagte Bernhard Olling als Vertreter des Seniorenbeirats.

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Bürgermeister Hubert Frye zeigte sich überrascht. Das Thema sei nicht neu. Die Zahlen würden deutlich sein. So sei im Saterland ein Fehlbedarf von 52 Kindergartenplätzen am Vormittag ermittelt worden. Geplant ist, einen kommunalen Kindergarten in Ramsloh für drei Gruppen zu bauen. Pro Gruppe soll es vom Landkreis einen Zuschuss (145 000 Euro) geben. „Wenn wir sagen, wir sind familienfreundlich, müssen wir dem Bedarf auch nachkommen“, sagte Frye. Er machte zudem deutlich, dass es erst einmal nur darum gehe, eine Empfehlung für den Verwaltungsausschuss abzugeben.

„Vom Land wird erwartet, dass wir jetzt unsere Hausaufgaben machen“, sagte Frye und sprach damit die derzeitige Übergangslösung an: den Container beim Kindergarten „Pusteblume“. Das sah auch Theo Schmidt (CDU) so. „Wenn wir jetzt nicht bauen, streicht uns der Landkreis diese Übergangsgenehmigung.“

Hintergrund ist, dass der Fehlbedarf an Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren zum Kindergartenjahr 2017/18 durch die Container-Übergangslösung und die Einrichtung der privaten Kita von Marcella Deeken in Wittensand zwar gedeckt ist. Die Container-Übergangslösung hat das Land aber nur bis zum 31. Juli 2018/bis Fertigstellung eines Neubaus genehmigt.

„Es muss was passieren“

„Die Mitarbeiter gehen an ihre Grenzen. Die Schalldämmung im Container ist unheimlich schwierig. Für mich muss da was passieren. Jetzt“, sagte auch Anni Eikens als Vertreterin der Kindergärten. Thomas Giehl (CDU) stellte letztlich einen Antrag auf Abstimmung. Bei zwei Enthaltungen (Schramm, Hormann) und zwei Gegenstimmen (Immer, Marion Perk, CDU) wurde dafür votiert, die Verwaltung damit zu beauftragen, einen Standort für die Kita zu suchen, der auch eine Erweiterung um eine Krippe/Kindergartengruppe ermöglicht – wenngleich es derzeit (noch) keinen Bedarf an weiteren Krippenplätzen gibt.

Auch als über das Raumprogramm entschieden werden sollte, entbrannte eine Diskussion. Auch hier stellte Giehl dann einen Antrag auf Abstimmung. Bei zwei Enthaltungen (Immer, Perk) wurde für das Planungskonzept, dass künftige Erweiterungsmöglichkeiten vorsehen soll, votiert.

Auch wurde bei zwei Enthaltungen (Immer, Perk) dafür gestimmt, einen Architekturwettbewerb auszurichten. Planungskonzepte sollen erstellen: Bernd Norrenbrock (Scharrel), Reinhold Engelmann (Cloppenburg) und Bocklage und Buddelmeyer GmbH (Vechta).

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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