CLOPPENBURG Gewaltsame Erziehung von Kindern ist für viele immer noch ein Thema, über das nicht gesprochen wird. Dass Züchtigung allerdings nicht nur in den vergangenen Jahrhunderten ein Problem war, zeigt eine Umfrage, die vom Deutschen Kinderschutzbund in Cloppenburg am Montag, 30. April, anlässlich des Tags der gewaltfreien Erziehung vorgestellt wurde.

Laut Kinderschutzbund ist ab dem Jahre 2003 in einigen sogenannten „Erziehungsratgebern“ evangelikalischer Verlage zu gewaltvoller Erziehung aufgefordert worden. Aufmerksam geworden war der Kinderschutzbund auf diese Ratgeber durch eine Strafanzeige, die Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, im Dezember 2011 erstattet hatte. In einer Umfrage wollte der Bund nun herausfinden, wie die Menschen in Cloppenburg über dieses Thema denken.

„Unsere generellen Beobachtungen waren die massive Ablehnung der Gewaltforderungen“, sagte Dr. Irmtraud Kannen, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Cloppenburg. Hinter jeder Befürwortung stünden allerdings ein oder mehrere geschlagene Kinder. Geschäftsführer Stefan Müller fügte hinzu: „Es ist damit zu rechnen, dass einige der Befragten nicht zugeben wollten, dass sie den Aussagen zustimmen oder ihre Kinder sogar selbst schlagen.“

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Der Kinderschutzbund fordert jedes Jahr zum 30. April wieder alle Eltern zu gewaltfreier Erziehung auf. Es sei besonders wichtig, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken, so Kannen. Häufig sei Gewalt eine Affekthandlung aufgrund von Überforderung. Daher würden präventive Elternkurse unter dem Motto „Starke Eltern – Starke Kinder“ angeboten. Auch soll die Sensibilität der Eltern für verbale und non-verbale Gewalt gefördert werden, denn: „Gewalt besteht nicht nur aus körperlichen Schmerzen.“

Ferner wird auch mit dem Jugendamt zusammengearbeitet, um Familien mit besonderen Problemen zum Beispiel Elternwochenenden unter fachmännischer Betreuung zu ermöglichen.

„Wenn Menschen sagen, Gewalt in ihrer Kindheit hätte ihnen nicht geschadet, ist das lediglich ein Schutzmechanismus“, erklärte Kannen. In Gesprächen mit Betroffenen sei deutlich geworden, dass die Opfer die Misshandlungen nie vollends überwinden. Daher sei es besonders wichtig, das Bundeskinderschutzgesetz, das im Januar 2012 verabschiedet wurde und unter anderem den Kommunen Geld zur Förderung von Präventivhilfe stellt, umzusetzen.

 @ Mehr Infos unter http://www.kinderschutzbund-cloppenburg.de

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