Friesoythe /Berlin Der höchste Posten der Bundesrepublik Deutschland wird an diesem Sonntag neu vergeben. In der Bundesversammlung, die den neuen Präsidenten wählt, stellen die Fraktionen der CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP insgesamt 1106 der 1260 Wahlmänner. All diese Parteien unterstützen Frank-Walter Steinmeier (SPD), der 631 Stimmen im ersten Wahlgang benötigt. Sofern sich die Wahlmänner nicht in großer Anzahl gegen die Linie ihrer Parteien stellen, wird Steinmeier neuer Bundespräsident. Neben Steinmeier kandidieren Christoph Butterwegge (Linke), Albrecht Glaser (AfD), Alexander Hold (Freie Wähler) und Engelbert Sonneborn (Die Partei).

Bewährtes Wahlsystem

Die NWZ  hat bei den Menschen in Friesoythe und Umgebung sowie den Bundestagsmitgliedern aus dem Landkreis nachgefragt, was sie von Steinmeier halten und ob der Bundespräsident vielleicht doch lieber direkt vom Volk gewählt werden sollte.

Peter Hecker aus Sedelsberg hält Steinmeier für eine gute Wahl: „Er war ein sehr guter Außenminister und hat ein gutes Format“, sagt der 68-Jährige. Eine Direktwahl des Bundespräsidenten wünscht er sich nicht: „Ich finde das Modell mit der Bundesversammlung jedoch gut, denn die Parlamentarier wissen, was sie tun.“

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Der gleichen Meinung in Bezug auf eine Direktwahl ist Alfons Wellenborg aus Friesoythe. Steinmeier hält er für einen guten Kandidaten: „Er ist sehr sachlich und hat ein ruhiges Auftreten“, sagt der 71-Jährige.

Der Friesoyther Hans Meier sieht momentan keine Alternative zu Steinmeier und fände es daher in Ordnung, wenn er neuer Bundespräsident würde. Die Idee, das Staatsoberhaupt direkt vom Volk wählen zu lassen, findet er gut: „Dann hat der normale Bürger mehr Einfluss.“

Sehr viel von Steinmeier hält Elisabeth Sassen aus dem Saterland. „Er hat sehr viel Wissen aus der Politik und kann mit Leuten umgehen“, betont die 80-Jährige. Obwohl sie einräumt, dass die Bevölkerung nicht alles wüsste, was in der Politik passiert, fände sie eine Direktwahl gut: „Dann würden die vielen verschiedenen Meinungen berücksichtigt und man wüsste nicht bereits im Vorfeld, wer gewinnt.“

Der Barßeler Peter Plöger findet Steinmeier besser als Gauck, weil er aus der Politik kommt. Dem Amt misst er jedoch keine große Bedeutung bei: „Über die Politik wird im Bundestag entschieden“, sagt der 53-Jährige. Eine Direktwahl lehnt er ab: „Die Fachleute sollen wählen, sie wissen, wer geeignet ist.“

Jörg Kather aus Gehlenberg sieht in Alexander Hold einen geeigneten Kandidaten: „Die Wahl von Steinmeier wirkt so abgesprochen zwischen den Parteien“, sagt der 55-Jährige. Einer Direktwahl würde er sofort zustimmen: „Der Bundespräsident ist höchster Repräsentant, da sollte er auch eine hohe Rückendeckung in der Bevölkerung haben.“

Breite Basis

Gabriele Groneberg (SPD), die für den Wahlkreis Cloppenburg-Vechta im Bundestag sitzt, hält Steinmeier für den optimalen Kandidaten: „Er hat gerade als Außenminister, aber auch davor als Fraktionsvorsitzender, bewiesen, dass er immer eine vernünftige Position zwischen allen Gruppierungen finden und auch in schwierigen Zeiten bestehen kann“, sagt die 61-Jährige. Die Bundesversammlung stellt für sie eine gute und repräsentative Auswahl der Bevölkerung dar. Sie sieht keinen Grund sieht, das Wahlformat zu ändern.

Bundestagsmitglied Franz-Josef Holzenkamp (CDU) vertritt die Region ebenfalls und hält Steinmeier für einen „veritablen Kandidaten, der sein Amt gut ausfüllen wird“. Er hätte sich jedoch Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert als Kandidaten gewünscht. Holzenkamp hält die Wahl des Staatsoberhauptes durch die Bundesversammlung für vertretbar und weist daraufhin, dass sich das System der repräsentativen Demokratie bewährt habe. „Die Bundesversammlung stellt eine breite Basis für die Wahl des Bundespräsidenten“, betont der 57-Jährige.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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