Löningen Ruhig, beschaulich, beharrlich, oft einig: Das waren die Attribute, die bislang für den Rat der Stadt Löningen zutrafen. Zumindest in der Öffentlichkeit. Jetzt hat sich die CDU-Fraktion, die zur Not bisher auch mal alles alleine bestimmen konnte, hoffnungslos zerstritten und ist in zwei Teile gefallen.

Der Ärger macht sich an vielem fest, was in Löningen bisher als eher unumstritten galt. Der Bürgermeister, dem Alleingänge unterstellt werden, und die CDU-Führungsleute stehen ganz offen in der Kritik. Es geht um viele Themen, besonders aber um die medizinische Versorgung Löningens, angefangen vom Erhalt des Krankenhauses Löningen im Verbund mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück bis zur Notarztversorgung – dafür wurden 7500 Unterschriften gesammelt – und dem Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte.

Christian Rüve hat das Konzept eines Medizinischen Versorgungszentrums in Werlte umgesetzt, in Löningen war ihm das zuvor als Erster Stadtrat nicht vergönnt gewesen. Aber auch über den Neubau des Rathauses, den Standort der Feuerwehr, die Misere des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Abwasserproblematik von der Kläranlage über die Klärschlämme bis zu den Folgen der Gülle-Verordnung sowie Wohnbaugebieten in den kleineren Orten wird gestritten.

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CDU-Fraktionsvorsitzende Hedwig Knabke, seit 2015 Leiterin der Oberschule in Lastrup, war nach Meinung einiger Fraktionsmitglieder nicht mehr in der Lage, die unterschiedlichen Meinungen zu vereinen. „Andere Meinungen galten nicht“, meinte einer.

Sieben von ihnen – der stellvertretende Bürgermeister Franz-Josef Kühne, Burkhard Sibbel, Friedrich Steinke, Dr. Sebastian Rode, Christoph Fresenborg, Günter Wendt und der bisherige stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Bremersmann als Sprecher – bilden ab sofort eine neue Fraktion: Unabhängig für Löningen (UFL).

Mit der UFL verändert sich das Stärkeverhältnis gravierend. Die CDU-Fraktion – einst mit 20 der 30 Mandate in der eindeutigen Mehrheit – rutscht auf 13 Sitze; SPD (5), Grüne/Linke (3) und FDP/Schelze (2) könnten mit ihren zehn Mandaten zur korrigierenden Mehrheit werden, wenn die UFL mitmacht. Und das soll jetzt noch in dieser Woche besprochen werden.

In der CDU selbst werden die Drähte der Zusammenarbeit selten verlötet. Sogar eine „Friedenskonferenz“ mit den sieben Ex-Fraktionsmitgliedern scheiterte. Der ein oder andere Beobachter erwartet gar, dass sich die Zahl noch erhöhen könnte.

Die Kreistagsmitglieder aus Löningen sind nicht Mitglied im Rat. Das sind die stellvertretende Landrätin Marlies Hukelmann, Klaus Karnbrock, Iris Wichmann und Hans Götting. Götting ist im Kreistag Fraktionschef der CDU, aber zugleich auch der Bruder der Löninger CDU-Fraktionsvorsitzenden Hedwig Knabke, die im Sommer pensioniert wird.

Das Quartett wird zu Fraktionssitzenden stets eingeladen; aber die „Informationen waren einseitig“, meinen die abtrünnigen Fraktionsmitglieder. Informationen über die aktuelle Kreistagspolitik seien sehr rar gewesen; Kreistagsmitglieder würden sich jetzt in die Diskussion einschalten, hätten aber nur selten an den Fraktionsterminen teilgenommen.

Am 26. Februar tagt jetzt der Rat und konstituiert sich förmlich neu.

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