Löningen Eigentlich waren sich alle Fraktionen im Löninger Rat einig darüber, dass die Lebensqualität in der Stadt durchaus noch zu verbessern sei. Doch die aufgezeigten Möglichkeiten unterschieden sich oder scheiterten an finanziellen Spielräumen. So ließ sich die von der UfL beantragte Entwicklung eines Wanderwegenetzes genauso wenig realisieren wie die Erstellung eines Radwegekonzeptes, wofür sich die Fraktion Bündnis90/Die Grünen/Die Linke einsetzte. Lediglich mit der Herstellung von Fahrradabstellmöglichkeiten im Stadtkern, wie sie die CDU vorschlug, mochte sich der Rat anfreunden und übertrug der Verwaltung die Aufgabe, geeignete Plätze zu schaffen.

„Ich bin im Sommer viel durch Löningen und umzu gegangen. Man entdeckt vieles, was man sonst nicht sieht“, hatte Ratsherr Burkhard Sibbel (UfL) in der Vorbereitung des Antrags seiner Fraktion erfahren. Die UfL forderte darin die Entwicklung eines Wanderwegenetzes für Löningen. Sie wurde durch die Verwaltung aber belehrt, dass Wanderwege mit einem entsprechenden Qualitätsanspruch in Etappen und mit mindestens 100 Kilometern Länge auszuweisen seien. Dafür sei die Kommune nicht zuständig. Alles andere seien Spazierwege. Für die Ausweisung eines Spazierwegenetzes habe die Stadt zurzeit keine personellen Ressourcen. Noch habe sich keinen Verein gefunden, der diese Aufgabe übernehmen möchte. Die Stadt werde aber noch einmal an die Vereine herantreten, die dann Spazierwege kennzeichnen und eventuell ein Spazierwegenetz entwickeln könnten.

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen/Die Linke hatte beantragt, die Stadt möge ein Radverkehrskonzept erstellen, um die Bedingungen für eine Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune zu erfüllen. „Wir müssen auch in Löningen die Verkehrswende starten“, forderte Ratsmitglied Egbert Schäpker. Dazu gehöre eine breite Palette von Maßnahmen, die in das Städtebaukonzept einfließen müssten.

Bürgermeister Marcus Willen stand dem Antrag im Prinzip positiv gegenüber. Aber Löningen habe ein gutes Radwegekonzept. Zudem gebe es in Löningen viel Ziel- und Quellverkehr, wenig Durchgangsverkehr. „Wir sind gut aufgestellt“, konstatierte der Verwaltungschef. Die Kosten zur Erstellung eines Radwegekonzeptes in Höhe von etwa 20 000 Euro sollten besser in konkrete Maßnahmen fließen. In Cloppenburg habe die Erstellung gar 40 000 Euro€ gekostet. Der Rat verzichtete dann auch bei vielen Enthaltungen auf eine solche Konzepterstellung.

Nach Aussage der CDU habe in den letzten Jahren die Zahl der Fahrradbesucher in der Innenstadt zugenommen. Trotzdem seien am Marktplatz verkehrsbedingt Abstellmöglichkeiten für Fahrräder reduziert worden. Die Kommunalpolitiker forderten nun, geeignete Parkmöglichkeiten (Bügel oder ähnliches), die auch für E-Bikes geeignet seien, in der Innenstadt zu schaffen. „Es wäre schön, wenn Innenstadtbesucher ihre Fahrräder sicher abschließen könnten“, wünschte sich CDU-Sprecher Björn Braak. Dem Antrag schloss sich spontan auch Tom Dobrowolski (Fraktion Bündnis90/Die Grünen/Die Linke) an, hoffte aber, mehr CDU-Mitglieder auf dem Fahrrad zu sehen. Dann wurde die Verwaltung vom Rat einstimmig beauftragt, weitere Fahrradabstellmöglichkeiten in der Innenstadt zu schaffen.

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