CLOPPENBURG Einen Abgang, den die politische Szene in Cloppenburg wohl nicht so schnell vergessen wird, hat sich am Montag das CDU-Ratsmitglied Anton Krömer während der letzten Ratssitzung des Jahres verschafft. Nachdem der 48-Jährige – wie berichtet – auf Grund von Auseinandersetzungen mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Bernard Südbeck seines Amtes als stellvertretender Fraktionsvorsitzender enthoben worden war, stellte er sein Ratsmandat und – damit verbunden – seine Mitgliedschaft im Verwaltungsausschuss (VA) zur Verfügung.

„Die Bedingungen der Zusammenarbeit in der CDU-Fraktion haben sich seit der letzten Wahl verändert. Und nicht für alle zum Vorteil“, sagte Krömer in seiner Abschiedsrede. Mehrmals musste der als hart in der Sache bekannte Geschäftsmann während seines Vortrages mit der Fassung und offenbar auch mit den Tränen ringen. Es sei ihm – so Krömer weiter – äußerst schwer gefallen, sein Mandat niederzulegen. „Dies ist aber die einzig richtige Entscheidung gewesen.“

Seinem 69-jährigen Nachfolger im VA, Hans Dromowicz, wünschte Krömer alles Gute – ob diese Personalentscheidung aber ein Neuanfang sei, „möchte ich nicht kommentieren“.

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Seiner Ratskollegin Rita Jansgers, die mit ihrer Kritik an Südbeck den Stein ins Rollen gebracht hatte, dankte Krömer ausdrücklich „für ihre Aufrichtigkeit. Denn Aufrichtigkeit tut Cloppenburg tut“. Sprach’s und verließ das Rednerpult.

Anschließend verabschiedete sich Krömer von Hermann Schröer – die beiden hatten sich zuvor fast keines Blickes gewürdigt – per Handschlag. Diesen bekamen außer dem CDU-Fraktionschef nur noch Jansgers und Dromowicz. Den Rest der CDU-Fraktion ließ Krömer kommentarlos sitzen und verließ darauf hin mit seiner Familie den Saal. Auch der CDU-Kreisvorsitzende Georg Meyer, der unter den Zuschauern war, ging.

Dr. Wolfgang Wiese und Schröer hatten zuvor noch einmal die Verdienste von Krömer gewürdigt. Der Bürgermeister verschenkte darüber hinaus noch eine Uhr, ein Siegel und eine Urkunde.

Unterdessen haben sich die Ratsmitglieder ihre Aufwandsentschädigungen, die zuletzt im Zuge der Euro-Umstellung 2002 angepasst wurden, zum Teil massiv erhöht. So wird die Monatspauschale von 72 auf 100 Euro steigen, die ehrenamtlichen Vertreter des Bürgermeisters sollen künftig statt 179,50 Euro 250 Euro bekommen, und der Verdienstausfall wird von 13 auf 18 Euro erhöht.

Nur die SPD-Ratsherren Peter Hackmann und Dr. Hermann Bergmann stimmten dagegen. Hackmann nannte die Erhöhungen „völlig überzogen“, der Aufwand sei schließlich nicht dementsprechend gestiegen. Bergmann erklärte, dass der „Eindruck der Selbstbedienung“ entstünde. „Mangelndes Fingerspitzengefühl“ in diesem Bereich führe zu noch mehr Politikverdrossenheit. Gudrun Lüdders, Ratsfrau der Grünen, betonte, dass die Erhöhung gerechtfertigt sei. Sie nutze das Geld für Fortbildungen, und die seien schließlich deutlich teurer geworden.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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