Barßel Eine „schleichende Schließung der Polizeistationen in Gemeinden“ und einen „schleichenden Rückzug der Polizei aus der Fläche“ kritisiert der CDU-Gemeindeverband Barßel. Dabei geht es der Union insbesondere um eine dauerhaft besetzte Polizeistation in Barßel und um die Bürgernähe in den Abendstunden. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde Anfang Februar eine Resolution vom CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Ralf Lampen, Ratsherrn Ralf Schröder und dem Fraktionsvorsitzenden Hans Eveslage in Hannover an den Landespolizeipräsidenten Uwe Binias überreicht (wir berichteten).

Wann ist die Polizeistation besetzt?

Die Polizeistation in Barßel an der Ammerländer Straße ist montags bis freitags generell mindestens von 8 bis 16 Uhr besetzt. Insgesamt sind vier Kollegen für die Bereich der Gemeinde Barßel zuständig. Telefonisch ist die Station unter Telefon  04499/9430 zu erreichen.

Am Wochenende wird Barßel vom Polizeikommissariat in Friesoythe mitversorgt. Die Polizisten in Friesoythe sind 24 Stunden unter Telefon  04491/93160 zu erreichen.

Sollte die Station in Barßel mal nicht besetzt sein, da alle Kollegen sich auf Streife oder im Einsatz befinden, ist ebenfalls das Kommissariat in Friesoythe Ansprechpartner für die Barßeler Bürger.

Unterstützung erhalten die Kollegen in Barßel durch die Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland und damit durch die Kollegen aus Westerstede. Gerade im Bereich der Disco Tange arbeiten beide Polizeiinspektionen weiter eng zusammen.

Nun liegt dem Gemeindeverband das Antwortschreiben vor. „Durch die Einrichtung des Polizeikommissariats Friesoythe mit einem 24-Stunden-Dienst sind nunmehr zwei Streifenwagenbesatzungen rund um die Uhr im Nordkreis im Einsatz“, sagt der stellvertretende Landespolizeipräsident und Landespolizeidirektor Knut Lindenau. Ähnlich wie sein Vorgesetzter sieht das auch Günter Schell, Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta: „Ein 24-Stunden-Dienst in Barßel ist vollkommen unrealistisch. Die flächendeckenden Versorgung für die Gemeinde ist hergestellt“.

Dass das Sicherheitsgefühl der Barßeler in der Vergangenheit gesunken ist, ist für Schell eine subjektive Einschätzung. „Seit mehreren Jahren sind die Straftaten in der Gemeinde Barßel stark rückläufig. Wir ziehen uns nicht aus der Fläche zurück. Der Betrieb der Polizeistation in Barßel ist absolut angemessen“, so der Inspektionsleiter und unterstütz damit die gleichen Aussagen wie in dem Schreiben aus Hannover.

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Der CDU in Barßel reicht das nicht. „Die Antwort ist für uns nicht zufrieden stellend“, erklärten CDU-Gemeindevorsitzender Ralf Lampen und Fraktionsvorsitzender Hans Eveslage. Nach wie vor fordere man eine bessere Polizeipräsenz vor Ort. „Es reicht nach meiner Meinung nicht aus, dass zwei Streifenwagenbesatzungen rund um die Uhr“ im Nordkreis im Einsatz sind. Das Gebiet ist mit rund 555 Quadratkilometern und etwa 56 000 Einwohnern viel zu groß“, bemängelt Eveslage.

Sowohl Lampen als auch Eveslage vertreten die Auffassung, dass das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung schlechter geworden ist. „Das liegt aber daran, dass Vorfälle in der Vergangenheit überbewertet wurden. Der Bootsunfall beim Hafenfest hätte auch mit 50 Polizisten nicht verhindert werden können. Auch die dortige Schlägerei war nicht so dramatisch wie teilweise gedacht“, so Schell, der immer noch auf eine Einladung zum runden Tisch wartet. „Wir haben mit der CDU in Barßel schon mal über einen runden Tisch geredet und gesagt, dass wir gerne bereit wären, in den Norden zu kommen und über die Situation zu reden. Diese Einladung ist aber bisher nicht erfolgt“, verrät Schelle.

CDU-Fraktionsvorsitzender Eveslage warte zudem noch auf eine Antwort des Landtages. Er wolle noch ein Gespräch mit MdL Karl-Heinz Bley (CDU) suchen, um eine stärkere Polizeipräsenz in ländlichen Gebieten zu erreichen. Erfreulich für die CDU Barßel sei dagegen, dass der Chef des Polizeikommissariats Friesoythe, Jürgen Kuhlmann, jetzt versprochen habe, dass die Polizei vor dem Hafenfest in Barßel in diesem Jahr präventiv tätig werde.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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