Harkebrügge Das Pfarrhaus in Harkebrügge erhitzt weiter die Gemüter. Wie berichtet, war Mitte Februar die Entscheidung gefallen, dass das Pfarrhaus ab sofort für Wohnzwecke genutzt werden soll und dem Landes-Caritasverband für die Unterkunft von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt wird. Einstimmig hatte der Kirchenausschuss den Beschluss gefasst. Ein Wunsch aus der Bevölkerung hatte die Nutzung als Heimathaus vorgesehen (die NWZ berichtete). Am Wochenende setzte jetzt die Kirchengemeinde St. Ansgar die Säge an und ließ mehrere Bäume – darunter Tannen sowie Zeder und Linde –  auf dem Grundstück der Kirche fällen. Ebenso wurden große Rhododendren, Ilex und Eiben entfernt. Einwohner zeigen sich empört. Sie fühlen sich übergangen.

„Vor den Kopf gestoßen“

„Etliche hier im Ort sind verärgert“, sagte am Dienstag Georg Eilers. „Das Gehölz war für uns ortsbildprägend.“ Gemeinsam mit weiteren Anwohnern, Vertretern des Pfarreirates und des Kirchenausschusses sowie dem Landschaftsarchitekten Antonius Bösterling machte sich Eilers am Dienstagnachmittag vor Ort ein Bild.

„Herr Geesen trifft seine Entscheidungen eigenmächtig. Es wurde im Vorfeld nichts besprochen, was zu erhalten wäre“, übte Heinrich Block scharfe Kritik. „Viele fühlen sich vor den Kopf gestoßen.“ Er hätte sich gerne in die Gestaltung am Pfarrhaus eingebracht, sagte der Garten- und Landschaftsbauer aus Harkebrügge.

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Das Vertrauen sei weg, so der einhellige Tenor. Landschaftsarchitekt Bösterling bezifferte den „Schaden“ auf insgesamt 53 000 Euro. Weitaus größer sei jedoch der verursachte Schaden gegenüber der Dorfgemeinschaft, sagte er.

Auch Maria Sasse, Vorsitzende des Pfarreirates, sowie Johannes Gröneweg und Franz Ritterhoff, beide Mitglieder des Kirchenausschusses, zeigten sich überrascht und enttäuscht. Über einen solchen „radikalen Kahlschlag“ seien sie in den Gremien nicht informiert worden, sagten sie.

Mit Behörde besprochen

Die Maßnahme sei im Vorfeld von den Beteiligten mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen worden, sagte am Dienstag Frank Beumker, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, auf Anfrage der NWZ . Nach einem Erlass des Landes Niedersachsen seien Maßnahmen wie diese bei gärtnerisch genutzten Flächen möglich. Der Artenschutz sei in diesem Fall ebenfalls berücksichtigt worden, so Beumker.

Johannes Geesen, Kirchenprovisor der Kirchengemeinde, erklärte am Dienstag im Gespräch mit der NWZ, dass die Maßnahme keine „Nacht-und-Nebel-Aktion“ gewesen sei. Die Umgestaltung sei auch nicht eigenmächtig, sondern nach den Vorgaben der angeordneten Sanierungsmaßnahmen des Bischöflich Münsterschen Offizialats (BMO) in Vechta erfolgt, sagte er. Ein ganzer Katalog müsse derzeit abgearbeitet werden. Dazu zähle neben den Sanierungsarbeiten im Haus auch die Gestaltung des Gartens. „Die Leute sollen in einem ordentlichen Ambiente wohnen können“, so Geesen. „Es ist kein Garten mehr gewesen. Das Pfarrhaus sollte wieder sichtbar werden.“ Unter anderem solle auch ein Rasen gesät werden.

Mit einem Brief will sich die Harkebrügger Dorfgemeinschaft nun an die Kirche wenden und eine Wiederherstellung einfordern.

Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
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