Cloppenburg Ist der alte Bunker in Staatsforsten ein Stück Geschichte oder sollte er versetzt werden? Eine Frage, die immer wieder zu Auseinandersetzungen im Cloppenburger Stadtrat führt, so auch am Montagabend, als erneut über die Zukunft des Schutzbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg diskutiert wurde.

Der Unterstand an der Werner-Baumbach-Straße wurde einst aus Abwasser-Kanalrohren zusammengesetzt und sollte Zugreisenden sowie Bahnbediensteten bei einem Fliegerangriff Schutz vor Splittern und Trümmern bieten. Einen direkten Bombenabwurf hätten die Menschen in dem Bunker nicht überlebt, doch er bot wenigstens eine Chance.

Als das Areal beim Bunker zum Baugebiet erklärt wurde, einigte sich die Politik Mitte 2015 darauf, das rund 700 Quadratmeter große Grundstück, auf dem der Bunker steht, nur an einen Interessenten zu vergeben, der sich bereiterklärt, die Anlage zu pflegen. Ein klares Bekenntnis für den Erhalt des Bunkers, und ein Beschluss, der im Vorwege der jetzigen Ratssitzung vom Verwaltungsausschuss noch einmal bekräftigt wurde – allerdings nicht von allen Parteien. Die SPD-Fraktion beantragte im Stadtrat, den Bunker vom Baugrundstück abzutrennen, im Besitz der Stadt zu belassen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darüber hinaus sollte mit der Arbeitsgruppe „Bunker Staatsforsten“ eine Nutzungsvereinbarung über Erhalt und Pflege des Gebäudes abgeschlossen werden. „Dieser Bunker atmet Geschichte. Hier kann man Geschichtsunterricht pur erlebbar machen“, warb SPD-Ratsherr Franz-Josef Wilken um Zustimmung für den Antrag.

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Rückendeckung für den Vorschlag gab es von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Gegenwind von der CDU. Fraktionschef Hermann Schröer appellierte an seine Ratskollegen, erst einmal an dem gefassten Beschluss festzuhalten und abzuwarten, ob sich ein Interessent für das Grundstück findet. Sollte sich niemand dafür bewerben, könnte sich der Rat erneut Gedanken machen, ob und wie der Bunker erhalten bleiben kann oder auch, ob eine Versetzung auf eine andere Fläche möglich wäre.

Im Anschluss folgte noch ein kurzes Scharmützel zwischen SPD-Fraktionsvorsitzendem Adem Ortac und Staatsforstens Ortsvorsteher Wilhelm Luker, dem Ortac vorwarf, das Stimmungsbild der Menschen in Staatsforsten über den Erhalt des Bunkers nicht korrekt widergespiegelt zu haben. Es seien mehr dafür, als gesagt. Luker widersprach mit Nachdruck und betonte, dass die Mehrheit kein Interesse an dem Bunker habe – vor allem nicht die jüngeren Generationen. Dann ergriff Peter Hackmann (SPD) das Wort und erklärte: „Es ist beschämend, wie man hier mit Geschichte umgeht.“

Bei der folgenden Abstimmung wurde der SPD-Antrag mehrheitlich abgelehnt. Erst einmal wird nun abgewartet ob es einen Interessenten für das Grundstück samt Bunker gibt. Sollte dies nicht der Fall sein, wird im Cloppenburger Stadtrat erneut über die Zukunft des Bunkers beraten.


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Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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