Barßel Politik habe sie schon immer interessiert, erzählt Agnes Lamping. Schon während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester verfolgte sie das politische Tagesgeschehen in der Zeitung. „Das war Teil meiner Examensprüfung.“ Seit 2007 ist Agnes Lamping Gemeindeverbandsvorsitzende der CDU Barßel. Nun möchte sie ihre Aufgabe abgeben. „Ich will das Feld der jüngeren Generation überlassen“, sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes. „Mitglied werde ich weiterhin bleiben, aber nicht mehr an vorderster Front sein.“

Mit dem Rückzug aus der Kommunalpolitik werde für sie keine Langeweile aufkommen, sagt die 68-Jährige und weist auf ihren Garten hin, dem sie sich nun mehr widmen wolle. Ihr Ehemann Hans, der früher als Kapitän zur See fuhr, fügt hinzu: „Nun können wir öfters unser Enkelkind in Mannheim besuchen.“

Gemeinschaftsmensch

Agnes Lamping ist in Barßel geboren. Als ältestes von sieben Kindern habe sie früh Verantwortung übernommen, sagt sie. „Ich bin ein Gemeinschaftsmensch und habe schon immer noch etwas dazu gemacht“, beschreibt Agnes Lamping ihre Motivation.

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Ende der 70er Jahre leitete sie eine Gesangsgruppe, aus der das heutige Gesangsteam Barßel entstanden ist, so Agnes Lamping. Jetzt singt sie in der Chorgemeinschaft Concordia Barßel als Sopranstimme. Früher, so sagt sie, war sie im Vorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Barßel tätig. „Das musste ich wegen meiner Doppelbelastung aufgeben.“ Noch immer ist sie Mitglied. Im Verein Mahn- und Gedenkstätte Barßel ist die Barßelerin Schriftführerin.

Zeitweise betreute Agnes Lamping einmal wöchentlich nachmittags Mädchen im vierten Schuljahr. Es habe ihr immer Spaß gemacht mit jungen Menschen zu arbeiten, erzählt sie. Von 1989 bis 1995 war Agnes Lamping im St. Elisabeth-Stift Barßel als Krankenschwester auf der chirurgischen Station und in der gynäkologischen Abteilung tätig. „Unser Sohn hatte sein Studium in Bayreuth begonnen und der Dienst meines Mannes kam nicht mehr mit meinem überein. Deshalb habe ich dieses Arbeitsverhältnis kurz vor der Schließung des St. Elisabeth-Stiftes aufgegeben.“

Kurz darauf sei sie gefragt worden, ob sie für den Gemeinderat kandidieren möchte. „Ich wollte nicht immer nur kritisieren, sondern aktiv etwas verändern“, erzählt Agnes Lamping. Sie sagte zu. „Zuhause zu sitzen war noch nie etwas für mich.“

Als Ratsmitglied engagierte sie sich 15 Jahre lang in verschiedenen Positionen. Zunächst als Vorsitzende des Ausschusses Jugend und Soziales, später als stellvertretende Bürgermeisterin und dann als Fraktionsvorsitzende der CDU, sagt Agnes Lamping. Von 2001 bis 2007 kam der Ortsverbandsvorsitz und dann der Vorsitz des Gemeindeverbandes hinzu. „Ich finde es super, was sie macht“, sagt ihr Ehemann. Er habe ihr immer freie Hand gelassen, ergänzt Agnes Lamping.

Zusammenhalt wichtig

Die zurückliegenden Wochen seien für sie politisch eine schwierige Zeit gewesen, meint Agnes Lamping. Gleichwohl blickt sie zufrieden auf ihr politisches Engagement für die Gemeinde zurück. „Wenn man zusammenarbeitet und zusammensteht, kann man auch schwierige Situationen meistern“, sagt Agnes Lamping. Die CDU habe die Bürgermeisterwahl zwar nicht gewonnen, „aber sie hat nach wie vor den Anspruch für die Gemeinde etwas zu tun“.

Ihr Mann habe durch ihre politische Tätigkeit „sehr zurückstecken müssen“, sagt die sie. Umso mehr freue sie sich auf den kommenden Abschnitt: „Ich klebe nicht an einem Amt.“

Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
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