Hannover /Emstek /Garrel Unzufrieden hat sich der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor, Rolf Frilling, mit dem Ergebnis eines Spitzengesprächs zur umstrittenen Grundwasserförderung durch den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband am Baumweg und in Hagel gezeigt. Unter anderem könne das geforderte Wasserrechtsverfahren erst 2024 auf den Weg gebracht werden, heißt es in einer von der Dorfgemeinschaft am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung. Die Forderung nach einer kurzfristigen Reduzierung der Fördermenge sei ins Leere gelaufen.

Die Erstellung der für das Wasserrechtsverfahren notwendigen Unterlagen – dafür sei der OOWV zuständig – nehme so viel Zeit in Anspruch, ergänzte Emsteks Bürgermeister Michael Fischer. Emstek hatte mit Cloppenburg, Garrel und Großenkneten die Forderung der Dorfgemeinschaft nach einer sofortigen Reduzierung der Wasserförderung in Resolutionen unterstützt. Die Anordnung einer sofortigen Reduzierung sei – so Fischer – nicht möglich, weil diese Anordnung genau der Unterlagen bedürfe, die für das Wasserrechtsverfahren notwendig seien.

Warum will die Dorfgemeinschaft die Wasserförderung reduzieren ?

Hintergrund der Proteste: Der OOWV hat seit 1974 die Erlaubnis, am Baumweg jährlich 4,8 Millionen Kubikmeter Wasser zu fördern. Mit 2,5 Millionen habe man angefangen, mittlerweile seien es vier Millionen. Der Grundwasserspiegel in Brunnennähe soll in 45 Jahren um drei Meter und im Randbereich von 1000 Metern um 1,5 Meter gesunken sein. Der kleine Fluss Vehne sei trocken. Zwei Versuche des OOWV, Gelände wieder aufzuforsten, seien wegen Trockenheit fehlgeschlagen, Bäume stürben ab, Hausbrunnen funktionierten nur noch mit Hilfe von Tauchpumpen, und die Fischteiche seien in akuter Gefahr, so die Dorfgemeinschaft.

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Warum gab es jetzt ein Spitzengespräch in Hannover?

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte bei einem Besuch im Juni des vergangenen Jahres versprochen, dass der Dorfverein vor den mit der Grundwasserförderung im Baumweg befassten Behörden sein Anliegen, die Wasserentnahme auf ein natur- und umweltverträgliches Maß zu reduzieren, vortragen könne. Stellvertretend für die Dorfgemeinschaft trugen Rolf Frilling und Bernd Rebel in einem vom Staatssekretär Frank Doods geleiteten Austausch nochmals die Dringlichkeit vor, die Grundwasserentnahme kurzfristig an die veränderten Verhältnisse anzupassen.

Da sich der Grundwasserspiegel in den zurückliegenden Jahren aufgrund mangelnder Niederschläge und einer massiven Steigerung der Wasserentnahme durch den OOWV weiter abgesenkt habe, sei die Vehne jetzt im Bereich der Entnahmebrunnen permanent ohne Wasser und die Schadensbegrenzung bei vielen Bäumen wäre nur noch durch eine schnelle Drosselung der Entnahmemengen zu gewährleisten. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erläuterten Vertreter des Landkreises Cloppenburg und des OOWV, dass die Wasserentnahme auch heute rechtlich nicht zu beanstanden sei. Forderungen nach einer schnelleren Konfliktlösung, die von den CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (Garrel) und Christoph Eilers (Cappeln) lautstark unterstützt wurden, verhallten daher.

Wie soll es weitergehen?

Da der OOWV auch fast 50 Jahre nach der Erteilung einer Erlaubnis zur Entnahme von Grundwasser – was damals, so die Dorfgemeinschaft, ausdrücklich als Übergangsregelung deklariert worden sei – immer noch keine Bewilligung beantragt habe, habe das Umweltministerium klargestellt, dass diese Bewilligung nun der Weg zur Lösung des Konflikts sei. Diese Aufgabe käme nun auf den Kreis Cloppenburg zu. Im Vorfeld haben die Forderungen der vier Kommunen nach einer sofortigen Reduzierung im Einzugsbereich des Wasserwerks Großenkneten dazu geführt, dass der OOWV einen vor vier Jahren installierten Runden Tisch zwischen den von der Wasserförderung Betroffenen und dem OOWV aufgelöst habe.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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