Reaktion
Aktionskreis hält an „Eisenstadt“ fest

Friesoythe habe sich ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Dieses müsse aber auch gelebt werden.

Bild: Ulf Middendorf
Zu dem Maitagen im Jahr 1997 wurde der „Sensenschmied“ enthüllt. Die Statue ist dem Engagement des Aktionskreises zu verdanken.Bild: Ulf Middendorf
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Friesoythe Der Aktionskreis Friesoythe „Wir gestalten unsere Stadt“ positioniert sich eindeutig als großer und engagierter Fürsprecher des Marketingkonzepts „Eisenstadt“. Das geht aus einer umfangreichen Stellungnahme der Gruppe hervor.

„Das seit acht Jahren auch weit über die Stadtgrenzen hinaus etablierte Profil darf nicht aufgegeben werden“, fordert darin die Vorsitzende des Aktionskreises Dorothea Kuhlmann-Arends aus Friesoythe. Viele der bis dato durchgeführten Aktionen hätten der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen und den Tourismus nachweislich erheblich gefördert. „Zu den Bauern- und Handwerkermärkten auch in den umliegenden Ortschaften gehört das Thema Schmieden schon lange dazu“, so Kuhlmann-Arends.

Schon weit vor der Einführung des offiziellen Konzepts „Eisenstadt“ habe der Aktionskreis 1997 mit der Aufstellung des „Sensenschmieds“ an der Lange Straße ein erstes Fundament für das in der Geschichte der Stadt verwurzelte Profil gelegt.

Das Glockenspiel am alten Rathaus, die Bronzefigur „Robin“ am Springbrunnen an der Bahnhofsstraße, die Bleiverglasung an der Tür unter den Arkaden am alten Rathaus, das essbare Mitbringsel „Raseneisenerz“ (Gebäck), der „Gotische Ring“ an der Moorstraße, die „Liebesschlösser“ an der Soeste hinter der Wassermühle, die Aktion „Münzfund 1935“ vor der Spadaka, die Eisenkunstwerke vor der LZO, am Europaplatz, vor der alten Wassermühle, an der Moorstraßenbrücke und die Friedensglocke im Stadtpark und der „Rote Faden“ – „alles das sind Zeugen unserer Geschichte hinsichtlich der Verarbeitung von Eisen und Metall“, sagt die Vorsitzende. Für viele dieser Werke habe der Aktionenkreis aus Eigeninitiative finanzielle Ressourcen erschlossen und habe dafür viele Befürworter und Sponsoren gewinnen können.

„Wie erfolgreich war die Anfertigung des Pavillons vor dem Krankenhaus durch die Initiative unseres Stadtschmiedes Alfred Bullermann unter Beteiligung von vielen Schmieden aus ganz Europa sowie Unterstützung metallverarbeitender Betriebe aus Friesoythe. Ganz zu schweigen von dem großartigen ,Eisernen Kreuzweg’, der von allen Schulen gemeinsam mit Bullermann geschaffen wurde – als Zeichen in unserer Eisenstadt und als Tourismusmagnet“, zählt Kuhlmann-Arends weitere Projekte auf.

Dabei dürfe man nicht nur an das aus dem erfolglosen Herbstmarkt hervorgegangen „Eisenfest“ denken, das jährlich tausende Besucher in die Stadt locke. Dass dabei der Stadtverwaltung und ihren Mitarbeitern ein Großteil des Erfolgs durch ihre Organisationsbemühungen angerechnet werden müsse, wolle man „ausdrücklich betonen“.

Die Kritik der SPD, dass bei dieser Marketingidee private oder gewerbliche Aktivitäten zur Etablierung des Themas „Eisenstadt“ zu gering seien, nimmt Kuhlmann-Arends als konstruktive Kritik auf: „Es gäbe sicherlich vielfältige Möglichkeiten, auch in der Geschäftswelt, das Konzept ,Eisenstadt’ zu beleben. Ein Profil muss in Gänze gelebt und mit einer Geschichte gefüllt werden, um zu breiter Akzeptanz und Wirkung zu führen.“

Aktionen müssten sich in einer gelebten „Eisenstadt“ nicht nur zum Eisenfest, sondern im Jahresverlauf immer wieder finden. „Aber abschaffen, ad acta legen – Das kommt für den Aktionskreis nicht in Frage. Das ist wie eine Ohrfeige für sehr viele unserer Bemühungen.“

Der Aktionskreis fragt sich zudem, warum die NWZ Umfragen bezüglich geplanter Aktionen in der Stadt Friesoythe macht, jedoch niemals zu Vorhaben des Umlandes? „Ist hier keine Meinungsbildung erforderlich oder unerwünscht“, fragt sich Kuhlmann-Arends.

Dürfe so wie in den einzelnen Nachbarortschaften nicht jeder sein Engagement und seine Profilierung umsetzen? Und weiter: „Müssen sich Vereine im Mittelzentrum vorab die Genehmigung des Umlandes einholen?“

So wie Initiativen in den Ortsteilen von Friesoythern unterstützt werden und erfolgreich zu einer Identifikation eines Dorf-Images führen würden, so sollten auch die Bewohner der Stadt Friesoythe sich mit einem selbstgewählten und geschichtlich fundierten Profil aufstellen dürfen, heißt es in der Mitteilung.

Und abschließend: „Wir sind nicht nur ,Friesoythe – Stadt mit Herz und nette Leute’ – das kann jede x-beliebige Stadt von sich sagen – nein, wir sind ,Eisenstadt mit Herz und netten Leuten’ und wollen das bleiben und leben.“

Das könnte Sie auch interessieren