Friesoythe Osnabrück ist Friedensstadt, Hamburg eine Hansestadt, Erfurt ist Blumenstadt, Barßel ein Seemannsdorf. Und Friesoythe? Friesoythe ist Eisenstadt. Das weiß auch fast jeder hier. Zumindest laut einer Umfrage, die die Stadt Friesoythe zum Thema Eisenstadt in Auftrag gegeben hat.

91 Prozent der Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet Friesoythe kennen das Leitbild. Im Umland (Barßel, Bösel, Saterland, angrenzendes Emsland) liegt der Bekanntheitsgrad immerhin noch bei guten 84 Prozent. Das ist die gute Nachricht. Das Problem ist: Nur jeder zweite Befragte hält dieses Profil für passend oder kann mit dem Motto überhaupt etwas anfangen.

Das Fazit der Studie lautet daher: Zur besseren Vermarktung von Friesoythe sollte die Weiterentwicklung des Leitbildes forciert werden. Es bedarf einer gemeinschaftlichen Erarbeitung eines von der Masse getragenen Leitbildes und der breiteren Ausgestaltung Maßnahmen.

Vorgestellt wurde die Studie am Mittwochabend auf der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Soziales und Gesundheit, der im Sozialen Briefkasten in Friesoythe tagte. Es sollte auch über einen von der Stadtverwaltung erarbeiteten Beschlussvorschlag abgestimmt werden. Darin hieß es, dass die Verwaltung beauftragt werde, das Marketingkonzept unter Einbeziehung der Umfrage und unter Einbeziehung von Vertretern aus den Ortschaften, Ortsteilen und dem Kernort weiterzuentwickeln. Ziel sei es, eine Grundlage für ein vom Rat zu beschließendes Stadtleitbild zu entwickeln.

Das war der CDU/FDP-Fraktion aber nicht konkret genug. Man wolle das Konzept „Eisenstadt“ nicht länger in Frage stellen, sondern nur noch über Inhalte reden, sagte CDU-Ratsherr Frank Böckmann. Schließlich habe man schon 2012 einen mehrheitlichen Beschluss pro „Eisenstadt“ gefasst. Allerdings noch nicht vom Rat beschlossen. Das wolle man jetzt nachholen, um „die grundsätzliche Diskussion zum Marketingkonzept Eisenstadt zu beenden“, so Böckmann.

Der Beschluss beinhaltet, dass die Stadt Friesoythe das Marketingkonzept unter Einbeziehung der Studie und aller Ortsvorsteher fortsetzen solle. Die erforderlichen Marketing- und Werbemaßnahmen seien von der Stadtverwaltung im Rahmen des vom Stadtrat festgelegten Haushaltsansatzes durchzuführen.

Was auf den ersten Blick nicht viel anders als der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung klingt, interpretierte Bürgermeister Sven Stratmann aber so: „Die Bürger werden hier wieder nicht eingebunden. Den Fehler wollten wir eigentlich nicht noch einmal machen. Doch wenn wir uns jetzt wieder auf den Begriff Eisenstadt festnageln, machen wir genau diesen Fehler. Das ist der falsche Weg.“ Außerdem machte der Bürgermeister darauf aufmerksam, dass es weder ein Konzept noch Haushaltsmittel für „Eisenstadt“ gebe.

„Wenn wir aus Fehlern lernen und alle Bürger mitnehmen wollen, dann müssen wir ergebnisoffen agieren“, sagte SPD-Ratsfrau Pia van de Lageweg. Durch den Beschluss sei eine Beteiligung der Bürger aber schon im Vorfeld unterbunden.

„Wir sind mit dem Marketingkonzept Eisenstadt nicht auf dem falschen Weg“, entgegnete Böckmann. Klar sei aber auch, dass „wir das Thema gemeinsam und auch über die Grenzen des Kernortes beleben müssen“. Daher begrüße man auch den Beschlussvorschlag der Stadt. Dieser würde der CDU/FDP-Fraktion nur nicht weit genug gehen. Der Beschluss von 2012 sei deutlicher.

SPD-Ratsherr und Ortsvorsteher von Altenoythe Dennis Löschen sagte dagegen, man müsse alte Zöpfe abschneiden, damit Neues beginnen könne. Und weiter: „Wir brauchen einen Neustart. Daher kann ich diesen Beschluss nicht in den Ortschaften vertreten.“

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Wenig Substanz

Am Ende aber blieb der Beschluss durch die Stimmenmehrheit von CDU/FDP so, wie ihn der Verwaltungsausschuss bereits 2012 beschlossen hatte.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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