Barßel „Welcome to Germany“ steht über der Wohnzimmertür von Sofia Mirza (32) und Loranz Tayssoune (26) aus Syrien. Sie flohen vor Terror und Bomben. Das Paar kam vor rund einem Jahr, am 18. November, nach Deutschland und lebt derzeit in Barßel. Herumzusitzen, nichts zu tun zu haben, machte beide unzufrieden.

Das Paar steht unter subsidiären Schutz, der greift, wenn weder der Flüchtlingsschutz noch die Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht.

Im Internet fand Tayssoune den Videowettbewerb der „Stiftung gegen Rassismus“. Der Ehrgeiz war geweckt. Gemeinsam machten sie sich an die Arbeit, entwickelten Ideen. Sie trugen ihr eigenes Bild- und Videomaterial von ihrer Flucht zusammen und schnitten daraus zwei Videos – „Rassismus“ und „Die Reise“.

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„Wir haben viele reale Geschichten zu erzählen“, sagt Tayssoune. Der Videowettbewerb sei eine gute Möglichkeit, um eine Nachricht zu senden. Tagelang saß er am Laptop und arbeitete mit Schnittprogrammen.

„Krieg, Bomben, Zerstörung, Töten, Haft, Hunger“ – abwechselnd sind im Video „Die Reise“ die Stimmen der beiden zu hören. Bilder von Tayssounes zerstörtem Zuhause in Latakia sind zu sehen. Das Video ist aber auch ein großes „Dankeschön“, dass sie in Deutschland angekommen sind und neue Hoffnung und eine Zukunft haben. Auf ihrer Flucht waren sie auch mit einem Boot unterwegs, das stark überladen und kaputt war. Die griechische Küstenwache rettete sie schließlich. „Wir erreichten Griechenland mit nichts“, sagt Mirza. So konnten sie tief einschneidende Erlebnisse in den Videos verarbeiten.

In dem Video „Rassismus“ geht es um persönliche Erfahrungen, die sie in Deutschland gemacht haben, beispielsweise in der Erstaufnahmestelle in Bramsche oder auch einfach beim Kauf von einer Bahnfahrkarte. Alle Aufnahmen haben sie in ihrem Wohnzimmer gedreht.

Unterstützt wurden sie von Ehrenamtlichen des Internationalen Cafés der evangelisch-lutherischen und katholischen Kirche. „Nun sind sie unsere Familie“, sagt das Paar. Die Helfer unterstützten beispielsweise bei der Übersetzung der Dialoge. Hans-Jürgen Nickel und Peter Waldmann bestärkten sie in ihrem Projekt. „Sie sind richtig aufgeblüht“, sagt Waldmann. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, sei wie weggeblasen gewesen.

Für ihre zwei Einsendungen haben Tayssoune und Mirza nun jeweils einen Preis von 1000 Euro erhalten, mit dem sie am Freitag ein Event veranstalteten, um ihre Botschaft zu zeigen. Als zwei von den ersten 30 Gewinnern werden sie nun am 10. Dezember in Mainz von der „Stiftung gegen Rassismus“ eingeladen.


NWZ TV   zeigt einen Beitrag unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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