Cloppenburg Einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterließ Jack Mandelbaum jüngst bei den Jugendlichen des Jahrgangs zehn der Liebfrauenschule. Auf Einladung des hiesigen Autors Alwin Meyer ist der Holocaust-Überlebende nach Cloppenburg gekommen, um die Ausstellung „Die Kinder von Auschwitz“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld zu eröffnen (die NWZ berichtete). Im Rahmen dieses Besuchs berichtete der 91-Jährige aus Naples, Florida/USA den Schülern von seinen Erfahrungen und Erlebnissen während der Terror-Herrschaft der Nationalsozialisten.

Die Geschichte, die Mandelbaum erzählt, ist schrecklich. Mit zwölf war seine Kindheit in Gdynia in der Nähe von Danzig vorbei. Er musste Zwangsarbeit leisten. 1942 wurde er als 15-Jähriger in einem Außenlager von Auschwitz interniert. Er litt an den elenden Hygieneverhältnissen, der ständigen Todesbedrohung und unbändigem Hunger. Bei seiner Befreiung im Mai 1945 wog der damals 18-Jährige nur noch 37 Kilogramm. Seine Eltern und seine beiden Geschwister wurden von den Nazis ermordet.

Es müsse doch unfassbar schwer sein, von solchen Erlebnissen zu erzählen, formulierte eine Schülerin fragend. „Ich muss, damit so etwas nie wieder passiert“, gibt Mandelbaum in Englisch zur Antwort. „Jeden Tag gibt es weniger, die davon berichten können. Und in gleichem Maße gibt es jeden Tag mehr Menschen, die diese schreckliche Geschichte herunterspielen oder sogar leugnen. Hass und Ausgrenzung sind zerstörerisch. Davon bin ich überzeugt.“

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Und auch mit einer zweiten Aussage verblüffte der Holocaust-Überlebende seine Zuhörer bei der Frage nach seinen Hassgefühlen gegenüber den Tätern: „Ich wünsche mir, dass die Menschen die Bedeutung von Familie, Toleranz, Frieden und Freiheit für alle wertschätzen. Da hat Hass keinen Platz. Hass ist das Gift, das dich selbst langsam zerstört, während du darauf wartest, dass dein Gegner zugrunde geht.“

Mandelbaum beendete das Gespräch mit dem Appell, in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen, politisch und sozial aufmerksam zu sein und sich aktiv in öffentliche Diskussionen einzumischen. Diese Botschaft ist an diesem Vormittag bei den Jugendlichen angekommen.

Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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