Pieper–gelände
„Bei Bebauung besser hinsehen“

In der Diskussion rund um das Pieper-Gelände verwies Bürgermeister Wiese auf die Historie. Er beteuerte auch, dass bei der Gestaltung nachgebessert werden müsse.

Bild: Carsten mensing
Dicht an dicht: Die Bebauung im Pieper-Gelände wurde in der Vergangenheit stark kritisiert.Bild: Carsten mensing
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Cloppenburg Als „Moment der Selbst-Kasteiung“ beschreibt CDU-Ratsmitglied Professor Dr. Lucien Olivier die jüngste Kritik aus Teilen der Cloppenburger Politik an der Bebauung des Pieper-Geländes. „Wir waren alle an den Beschlüssen beteiligt. Und wir wollten die Erschließung“, relativierte der Ratsherr die Beschwerden über zu dichte Bebauung und zu wenig Grün auf dem Areal.

Der Rat der Stadt Cloppenburg hat am Montagabend einstimmig den Sachstandsbericht zur Entwicklung und aktuellen Situation auf dem Areal der ehemaligen Fleischwarenfabrik zur Kenntnis genommen. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, im Zuge der Erschließungsmaßnahmen und des Anlegens der öffentlichen Grünflächen mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen, um im Areal „Optimierungsmöglichkeiten für öffentlichkeitswirksame Vorgärten- und Stellplatzbereiche zu eruieren“.

„Wenn man es mit der Verdichtung ernst meint, haben wir alles richtig gemacht“, äußerte sich Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU). Er verwies auf die Ausgangssituation: Das Areal war eine Industrie-Brache, Altlasten seien nicht auszuschließen gewesen. Außerdem habe es dort keine funktionierende Oberflächenentwässerung gegeben. Von Wohnungsnot sei die Rede gewesen, verdichtetes Bauen sei im Gespräch gewesen. Ebenso fehlten laut Demografie-Bericht vor allem Wohnungen für Ältere.

All diese Punkte habe man in einem Masterplan für das Pieper-Gelände vereint. „Wir waren der Meinung, dass es das richtige Maß ist“, so der Rathaus-Chef weiter. Nun müsse es noch möglich sein, nachzusteuern.

Froh darüber, dass Wohnraum geschaffen wurde, zeigte sich Michael Jäger (Grüne). Er mahnte jedoch, beim nächsten Mal genauer hinzuschauen, um auch Grünflächen zu ermöglichen.

Vor allem um den sozialen Wohnungsbau ging es beim anschließenden Tagespunkt in der öffentlichen Ratssitzung. Es sollte über den Beitritt zum „Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen“ abgestimmt werden.

Diesen Antrag hatte die Gruppe UWG/FDP eingebracht, nachdem dieser Punkt im Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Cloppenburg aufgeführt worden war. Die Politik solle damit beginnen, die Maßnahmen aus dem erarbeiteten Konzept umzusetzen, mahnte Gruppen-Chefin Jutta Klaus.

FDP-Ratsherr Yilmaz Mutlu führte aus, dass man sich vom Beitritt zum Bündnis vor allem eine Expertise erhoffe. „So können wir passende Konzepte für bezahlbares Wohnen erarbeiten. Außerdem können wir durch die Treffen Vorschläge und Arbeitsweisen mitnehmen“, führte Mutlu aus.

Von einer „dramatischen Wohnungsnot“ sprach in diesem Zusammenhang SPD-Fraktionschef Jan Oskar Höffmann. Die Sozialdemokraten wollten den Beitritt zum Bündnis unterstützen, sagte er in Namen der Fraktion. Höffmann favorisiert jedoch eine Arbeitsgruppe, die von den anderen Parteien nicht gewünscht sei. Diesem Vorwurf widersprach CDU-Ratsherr Hermann Schröer: „Dieser Arbeitskreis ist der Fachausschuss – da gehört das Thema hin.“ Er monierte die fehlende Unterstützung von Land und Bund beim Thema sozialer Wohnungsbau.

Gegen den Beitritt zum Bündnis sprach sich Dr. Hermann Bergmann (Zentrum/ Bürgerbündnis) aus. „Wir sollten vor Ort anfangen zu arbeiten und nicht auf einen Arbeitskreis warten“, so der Ratsherr. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde dem Beitritt zum „Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen“ zugestimmt.

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