Cloppenburg Gegen eine Veränderung der Ampelschaltungen zugunsten der Radfahrer hat sich am Montag der Rat der Stadt Cloppenburg ausgesprochen. Konkret lehnte die Ratsmehrheit einen Testbetrieb am Knotenpunkt Osterstraße/Hagenstraße ab. Bei einer Simulation im Fachausschuss war den Politikern im Vorfeld vorgeführt worden, dass eine veränderte Ampelschaltung vor allem in den östlichen Ästen der Osterstraße zu „Überstauungen“ bei Pkw und Lkw führt. Die Grünen wollten die Ampel für Radfahrer so geschaltet haben, dass diese nicht – wie bisher – an den Druckampeln warten müssen (und die Autos fahren an ihnen vorbei), sondern etwa drei Sekunden vor den Autos starten können.

Automatische Freigabe

Die Ampeln für Radfahrer – so Grünen-Fraktionschef Michael Jäger – müssten automatisch und nicht auf Knopfdruck freigegeben werden. „Klimafreundliches Mobilitätsverhalten muss belohnt werden.“ Die Verkehrszählung und die darauf basierende Verkehrssimulation nannte Jäger einen „technokratischen Ansatz“. In Cloppenburg herrsche die Ideologie, dass wenn etwas dem Autoverkehr schade, es auch nicht gemacht werde. Radfahren mache in Cloppenburg „keinen Spaß, es ist katastrophal“, sprang Jutta Klaus (UWG) der Sichtweise Jägers bei.

Die Verwaltung befürchtet im Falle einer Ampel-Neuschaltung „die Schaffung neuer Konflikträume zwischen motorisierten und nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern“. Zudem kämen die Schaltungen an ihre Grenzen, das Umprogrammieren sei teuer, und außerdem stünden viele Ampeln auch auf Kreisstraßen, benannte Verkehrsausschuss-Vorsitzender Lother Bothe (SPD) die weiteren Contra-Argumente.

Thema Südtangente

CDU-Fraktionschef Hermann Schröer bezeichnete die geplante Südtangente als ein probates Mittel, um die innerstädtischen Verkehre nach außen zu verlagern. So könne mehr Platz für die Radler in der Stadt geschaffen werden. Dieses Argument brachte den SPD-Fraktionsvorsitzenden Jan Oskar Höffmann auf die Palme. Bei jedem Tagesordnungspunkt komme die Südtangente ins Spiel, obwohl sie dort eigentlich nichts verloren habe. Denn bereits als es um den neuen Lärmaktionsplan gegangen war, hatte CDU-Ratsherr Prof. Dr. Lucien Olivier die umstrittene Süd-Erweiterung der Ortsumgehung ins Gespräch gebracht. Der Lärm könne durch die Südtangente gemindert werden, argumentierte Olivier.

Aktionsplan gegen Lärm

Feinstaub und CO²-Belastungen, die in Cloppenburg im Bereich Obere Lange Straße/nördliche Löninger Straße am höchsten sind, könnten hingegen nur durch eine Summe von Einzelmaßnahmen reduziert werden, hieß es. Die Erarbeitung eines solchen Gesamtpakets beschloss der Rat am Montag einstimmig. Als besonders wirkungsvolle Einzelmaßnahme bezeichnete Grünen-Fraktionschef Jäger ein Tempolimit.

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland

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