Cloppenburg Nach dem Abriss der Krankenhaus-Leichenhalle an der Ritterstraße soll der entstehende Platz als Erinnerungs- und Lernort in die Gedenkstätte „Zerstörte Synagoge Cloppenburg“ integriert werden. Diese Forderung hat der Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Oldenburger Münsterland, Karl Sieverding, jetzt während eines Stadtrundgangs aufgestellt. Der pensionierte Gymnasiallehrer hatte SPD-Mitglieder und Interessierte vor Ort über das Leben neun jüdischer Familien, die 1938 die Stadt zwangsweise verlassen mussten, informiert.

Am 10. November 1938 brannte auch in Cloppenburg die Synagoge. Heute steht auf dem Grundstück der Synagoge die Leichenhalle des Krankenhauses. „Die Halle soll bald abgerissen werden. Dieser Platz darf nicht wieder bebaut oder als Parkplatz genutzt werden“, so Sieverding. Man sei mit den entscheidenden Stellen im Gespräch.

Diese Idee fand große Zustimmung bei den Teilnehmern des Stadtrundgangs. „Bei der SPD können Sie von einer uneingeschränkten Unterstützung ausgehen“, versprach Ortsvereins-Vorsitzender Hans-Jürgen Hoffmann.

Am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge und des jüdischen Friedhofs an der Ritterstraße gab Sieverding Informationen zu den beiden Einrichtungen der damaligen jüdischen Gemeinde. Der damalige Landesrabbiner weihte die Synagoge der kleinsten jüdischen Gemeinde des Großherzogtums am 5. September 1866 ein. „Am gleichen Tag wurde auch die Synagoge der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands in Berlin seiner Bestimmung übergeben“ bemerkte Sieverding.

39 Stolpersteine, die vor den ehemaligen Cloppenburger Wohnhäusern der jüdischen Familien verlegt wurden, erinnern an die Schicksale dieser Bürger jüdischen Glaubens. So findet man Stolpersteine unter anderen in der Langen Straße, der Mühlenstraße, der Osterstraße und auch in der Emsteker Straße. „Die Steine wurden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig gesetzt und sollen als stete Erinnerung an das unbegreifliche Geschehen mitten in Cloppenburg erinnern“, so Sieverding.

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