Cloppenburg Die ersten Mitglieder des Cloppenburger Stadtrats haben sich in das Desaster um das Cloppenburger Soestebad eingeschaltet. Die Fraktion Sozialliberales Cloppenburg hat einen Antrag auf Akteneinsicht eingereicht, die SPD verlangt, die separate Eröffnung des Freibads voranzutreiben.

Wie berichtet, war in der Nacht vom 23. auf den 24. August 2018 eine Million Liter Wasser in den Keller des Bads gelaufen und hatte einen nicht unerheblichen Teil der Technik zerstört. Zwei weitere Pannen – die jüngste am 28. März – hatte die für Ostern geplante Wiedereröffnung zunichte gemacht. Wie lange das Bad noch geschlossen bleibt, ist weiterhin unklar.

Zu einem „riesigen Imageschaden“ könne sich die monatelange Schließung des Soeste­bads für Cloppenburg entwickeln. „Wenn ein Teil der Daseinsvorsorge den Bürgerinnen und Bürgern derart lange vorenthalten wird, führt das zu berechtigtem Unmut in der Bevölkerung. Dafür haben wir vollstes Verständnis“, erklärte der SPD-Fraktionsvorstand – bestehend aus Jan Oskar Höffmann, Andreas Borchers und Lothar Bothe – in einer Pressemitteilung.

Angesichts der jüngsten Steigerung der Besucherzahlen sei dieser Schadensfall – so die SPD – ein herber Rückschlag. Zwar liege nach derzeitigen Informationen der SPD-Fraktion die juristische Schuld nicht bei der Stadtverwaltung, gleichwohl treffe Stadtrat und Verwaltung nun eine politische Verantwortung, die richtigen Schlüsse aus der Misere zu ziehen.

Unabhängig davon, wer den Schaden tatsächlich zu ersetzen hat, stünden Politik und Verwaltung in der Pflicht, für eine schnelle Wiedereröffnung zu sorgen. Abgesehen von einem materiellen Schadenersatz bleibe aber ein nicht bezifferbarer Imageschaden. Da helfe auch die beste Versicherung nicht weiter, so die Fraktionsführung.

„Wir könnten uns eine Veranstaltungswoche oder eine befristete Preisreduzierung bei Wiedereröffnung vorstellen, auch wenn dies natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre. Allerdings wollen wir den Überlegungen der Stadtverwaltung nicht vorgreifen“, betont der Vorstand. Hierbei könne auch auf die Kreativität der Bevölkerung zurückgegriffen werden. Die SPD-Fraktion freue sich über konstruktive Vorschläge der Bürger.

Vorderste Aufgabe sei nun jedoch, die separate Eröffnung des Freibades voranzutreiben. So könne das Sommergeschäft halbwegs gerettet werden. „Wir erwarten, dass dies zur Chefsache im Rathaus gemacht wird“, fordern die Sozialdemokraten.

„Meine Fraktion hat heute einen Antrag auf Akteneinsicht bei der Stadtverwaltung eingereicht“, sagt derweil der Fraktionschef des Sozialliberalen Cloppenburg, Christian Albers. Diese sei notwendig, da die bisherigen Verlautbarungen zu den gesamten Abläufen rund um das Soestebad nicht durchgängig nachvollziehbar seien.

„Wir wollen hier aktiv Aufklärungsarbeit leisten und uns ein genaues Bild darüber verschaffen, wie es sich mit den Schäden, den internen Abläufen, den Alarmsystemen und den Verantwortlichkeiten verhält“, fügt Fraktions-Vize Rolf Bornemann hinzu. Oberste Priorität müsse nun eine schnelle und gründliche Aufarbeitung sowie die zügige Wiedereröffnung des Soeste­bads haben.

„Der Nutzungsausfall ist erheblich und der Imageschaden nicht von der Hand zu weisen“, resümiert der Pressesprecher der Sozialliberalen, Bernd Pauly. Schulen, Vereinen und Bürgern bleibe der Zugang zum Soestebad seit Monaten verwehrt. „Der Ärger ist groß und verständlich“, sagt Pauly, der rasche Aufklärung und Transparenz für geboten hält.

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