Bösel Es ist schon etwas gespenstisch in diesen Zeiten eine Meinungsumfrage vor einem Supermarkt zu machen. Mit Mundschutz, Einkaufswagen und reichlich Sicherheitsabstand laufen die Männer, Frauen und Kinder in den örtlichen Lebensmittelmarkt. Nur vereinzelt gibt es noch einen Hauch von Menschlichkeit, beispielsweise, wenn sich zwei Personen auf dem Parkplatz aus sicherer Entfernung unterhalten. Die NWZ hat in Bösel nachgefragt, um über die viel thematisierten Lockerungen, das Tragen eines Mundschutzes im Alltag und die Wiederbelebung des Breitensports zu sprechen.

„Ich finde es passt genau mit den Lockerungen. Zu schnell geht es mir nicht“, sagt der 58-jährige Bernhard Möller aus Friesoythe. In Ausnahmesituationen seien außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich. An das Tragen eines Mundschutzes habe er sich noch nicht gewöhnt, jedoch sei dieser notwendig. Und wie sieht es mit den Bolzplätzen aus? „Sportstätten sollen für den Breitensport wieder öffnen, aber die Bundesliga sollte nicht starten“, so Möller. Das Austragen der Fußballspiele sei gefährlich, da sich die Menschen dann Zuhause oder an öffentlichen Orten treffen würden und Alkohol fließe.

Für die 64-jährige Maria Köller aus Edewechterdamm kommen die Lockerungen etwas zu schnell. „Für die Unternehmen ist es schwer, einige werden sicher pleite gehen. Aber bezüglich der Restaurants gibt es wenigstens noch die Alternative Außer-Haus-Lieferung“, sagt die Edewechterdammerin. Besonders die Hygienemaßnahmen in den Unternehmen, wie beispielsweise in einem Fleischbetrieb, seien wichtig in dieser Zeit. Darauf müsse besonders gut geachtet werden. Der geplante Neustart der Bundesliga ist ihrer Meinung nach nicht in Ordnung. Auch Kinderspielplätze sollten wegen der Ansteckungsgefahr weiter geschlossen bleiben.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der 77-jährige Gerhard Höffmann, 26 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Bösel sowie Kreistagsabgeordneter, vertraut in der Corona-Krise ganz auf Experten. „Wenn die Lockerung von Wissenschaftlern belegt werden, sind sie richtig. Ich selbst bin kein Fachmann, deshalb finde ich es gut, wie es gemacht wird“, so der ehemalige Bürgermeister.

Besonders Schockierend seien für ihn die Bilder der Corona-Pandemie aus den USA. „Das ist schlimm, was da passiert. Diese Bilder zeigen, dass man das Virus ernst nehmen sollte.“ Der Mundschutz sei für ihn kein Problem. „Das stört mich persönlich nicht.“

Für die 53-jährige Bärbel Meinerling aus Bösel sind die Lockerungen in Ordnung, allerdings müsse man die Pandemie im Hinterkopf behalten. „Wenn jeder auf sich aufpasst, dann kommt die zweite Welle der Pandemie nicht so schnell, denke ich“, sagt die Böselerin.

Der Mundschutz ist für sie nichts Neues, da sie beruflich schon daran gewöhnt sei. Nur sei der Mundschutz bei der Arbeit etwas besser, da die Brille da nicht beschlage.

Wie es in Zukunft mit den Sportplätzen weitergehen soll, ist ihrer Meinung nach, schwer einzuschätzen. „Wir müssen ja auch weitermachen. In dem Sport, wo man etwas Distanz einhalten kann, sollte man zuerst über die Lockerungen nachdenken“, so Bärbel Meinerling.

Michael Diederich Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.