Cloppenburg Der ehemalige SPD-Ratsherr und Ortsvereinvorsitzende Dr. Hermann Bergmann hat auch mehr als ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Cloppenburger Sozialdemokratie offenbar immer noch nicht mit seiner ehemaligen Partei seinen Frieden gemacht. Bergmann reagierte jetzt auf einen NWZ -Bericht vom 4. Juli anlässlich des Wechsels an der SPD-Fraktionsspitze: Adem Ortac hatte das Amt des Vorsitzenden von Heinz-Georg Berg übernommen. Wie berichtet, hatte Berg erklärt, dass wegen der monatelangen personellen Auseinandersetzungen „viele Themen liegengeblieben“ seien.

„Offenbar meint der Ratskollege Berg, die Personalie Bergmann sei die Ursache des politischen Stillstands in der SPD-Stadtratsfraktion“, so Bergmann. Diesem Eindruck müsse „energisch widersprochen“ werden.

Richtig sei, dass er – Bergmann – einen politischen Stillstand der SPD-Ratsfraktion bereits seit mehr als drei Jahren kritisiert habe. „Ohne Absprachen mit der Fraktion wurde über Jahre hinweg ausschließlich Politik mit dem Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/die Grünen (Michael Jäger, Anm. d. Red.) betrieben.“ Seine Kritik – so Bergmann weiter – sei stets von Fraktionskollegen mitgetragen worden – so auch vom neuen Fraktionschef Ortac. „Die Bürger, die SPD gewählt hatten, haben Grün bekommen. Ratsmitglieder belächeln das seit geraumer Zeit“, behauptet Bergmann.

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Ein politisches Programm könne die SPD-Fraktion bis heute nicht vorweisen. Das solle nun endlich im August 2014 (bei einer ganztägigen Klausurtagung, die NWZ  berichtete) aufgearbeitet werden. „Ich freue mich darüber, dass meine Kritik zumindest in dieser Hinsicht Früchte trägt und die bisherigen Schwerpunkte der SPD-Rats­arbeit wie zum Beispiel Missbilligungsbestrebungen, Klagen und unzureichend begründete Widerstände ein Ende finden könnten“, meint Bergmann, der inzwischen in der Zentrum-Fraktion eine neue politische Heimat gefunden hat.

Er begrüße den angekündigten Generationswechsel mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden Ortac. Die personelle Erneuerung sei seit der Kommunalwahl 2011 Ziel der Cloppenburger Sozialdemokratie gewesen. Besonders der SPD-Ratskollege Franz-Josef Wilken habe im Wahlkampf immer wieder lautstark die Ablösung des damaligen Fraktionsvorsitzenden mit der Parole „Berg muss weg“ gefordert.

„Ich hätte mir zum jetzigen Ämterwechsel auch einen jungen Stellvertreter gewünscht“, so Bergmann. Doch der alte Fraktionschef und jetzige Ratsvorsitzende Berg verbleibe als „64-jähriger Stellvertreter“.

Im Juni habe der 63-jährige Hans-Jürgen Hoffmann „nach zweijähriger SPD-Mitgliedschaft“ seine – Bergmanns – Nachfolge als SPD-Ortsvereinschef übernommen. „Ein überzeugender Generationswechsel sieht in beiden Fällen anders aus.“ Ob die Cloppenburger Sozialdemokraten spätestens zur Kommunalwahl 2016 überzeugend auf junge Leute setzten und zukünftig einen politischen Stil entwickelten, der von der Öffentlichkeit respektiert werde, bleibe abzuwarten.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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