Cloppenburg Tanja Schulte, Trainerin des Frauenfußball-Bundesliga-Aufsteigers BV Cloppenburg, musste in ihrer langen Laufbahn schon so manche Spielerin in Schutz nehmen. Nach einem guten Start in die erste Erstliga-Saison ist das zurzeit nicht nötig, dafür verteidigt sie vor dem DFB-Pokal-Heimspiel gegen Zweitligist Magdeburger FFC (Sonnabend, 13 Uhr, 2. Runde) eine alte Fußball-Weisheit: „Es heißt immer, der Satz ,Im Pokal ist alles möglich’ sei eine Floskel. Das sehe ich nicht so“, sagt die 38-Jährige. „Es hat sich immer wieder gezeigt, dass da was dran ist. Wir sollten auf der Hut sein. Ganz wichtig wäre, früh zwei Treffer zu erzielen.“

Schließlich muss ihr Team nach zwei Punktspielen in der Außenseiterrolle erstmals wieder die Favoritenbürde tragen. Die fällt dem Bundesligisten im Duell mit einem Zweitligisten eh zu, wird aber noch durch den Saisonstart beider Mannschaften verstärkt. Während die Cloppenburgerinnen bei der SGS Essen (3:3) und zu Hause gegen Bayer Leverkusen (0:0) ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis stellten, müssen die Magdeburgerinnen von einem missglückten Beginn der Spielzeit sprechen. Nach einem 0:4 bei Turbine Potsdam II und einem 1:3 zu Hause gegen den USV Jena II steht das Team aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts auf dem letzten Tabellenplatz.

„Das kann auch schlecht für uns sein“, sagt Schulte. „Der FFC kann befreit aufspielen und wird versuchen, Selbstvertrauen für den Liga-Alltag zu tanken. In einem Spiel kann so viel passieren.“ Zumal der BVC auch nicht mit der Mannschaft auflaufen wird, die Essen und Leverkusen geärgert hat. Schließlich waren mehrere Nationalspielerinnen der Schulte-Elf in den letzten zehn Tagen gleich zweimal voll gefordert.

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Agnieszka Winczo, Marta Stobba (beide Polen) und Vanessa Bernauer (Schweiz) mussten sogar noch am Donnerstag spielen und kehren erst an diesem Freitag nach Cloppenburg zurück. Sie dürften eine Pause bekommen, stehen doch in der nächsten Woche zwei Bundesliga-Spiele innerhalb von drei Tagen – am 3. Oktober zu Hause gegen den 1. FC Frankfurt und am 6. Oktober bei Bayern München – auf dem Programm.

Sofia Jakobsson hat zwar auch gespielt – als Teil der schwedischen Nationalelf besiegte sie ihre polnischen Teamkolleginnen mit 2:0 –, soll aber am Sonnabend zum ersten Mal von Beginn an zum Einsatz kommen. Dasselbe gilt für die mit ihr gemeinsam vom FC Chelsea gekommene Ester Dos Santos – was schon zeigt, dass die zweite BVC-Reihe erstklassig besetzt ist.

Auch Virginia Kirchberger soll trotz Länderspiel-Stress’ mit der österreichischen Nationalelf nach zwei Spielen auf der Bank wieder von Anfang an ran. Das passt schon deshalb, weil Nina Brüggemann wegen einer Blasenentzündung mehrere Trainingseinheiten verpasst hat.

Sie wird sich von draußen ansehen, ob sich der BVC mit den Magdeburgerinnen, die für ihre langen Pässe bekannt sind, so schwer tut wie zu gemeinsamen Zweitliga-Zeiten. Im April dieses Jahres hatte sich Cloppenburg dank eines Stobba-Treffers in der 90. Minute mit 2:1 durchgesetzt. Sollte es wieder so eng werden, würde das die von Schulte verteidigte Pokal-Weisheit bestätigen. Aber manchmal kann man auf Bestätigung auch ganz gut verzichten . . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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