MEPPEN MEPPEN - Lang, lang ist’s her, als der SV Meppen auf der Fußball-Landkarte der Republik noch eine große Nummer war. Und aktuell kämpft der Emsland-Club abermals darum, nicht aus der vierten Liga und damit vollends in der Versenkung zu verschwinden.

Dank kontinuierlicher, ehrlicher Arbeit etablierten sich die Meppener seit den Siebzigerjahren – unter Trainer Hermann Michel gelang im Sommer 1970 der Aufstieg in die Regionalliga Nord (die damals zweithöchste Liga) – im höherklassigen Fußball.

1987 feierte Trainer Rainer Persike passend zum 75-jährigen Vereinsjubiläum den Titel in der Oberliga Nord. Die fast ausschließlich mit waschechten Emsländern wie Josef Menke, Frank Faltin, Bernd Deters und Martin van der Pütten besetzte Mannschaft blieb in der Aufstiegsrunde ungeschlagen.

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Elf Spielzeiten hielten sich die Emsländer in der zweiten Liga. Zunächst von der Konkurrenz noch belächelt, erwarb sich der Provinzclub innerhalb kürzester Zeit Kultstatus. Fans aus ganz Deutschland reisten zu den Heimspielen an. Unter Trainer Horst Ehrmantraut klopfte der SVM sogar zweimal ans Tor zur Bundesliga. Unvergessen im Emsland sind aus der Spielzeit 1996/97 das legendäre 6:1 im DFB-Pokal über Eintracht Frankfurt und das 6:7 im Meisterschaftsspiel vor 38 000 Zuschauern auf dem Lauterer Betzenberg.

Mit dem Zweitliga-Abstieg im Sommer 1998 setzte der Niedergang ein. Nachdem trotz finanzieller Drahtseilakte 2004 die Rückkehr in die dritte Liga misslang, schwingt seit Beginn der Saison 2004/2005 Trainer Alfons Weusthof das sportliche Zepter rund ums schmucke Emslandstadion. „Was ich seitdem erlebt habe, glaubt einem keiner. Aber ich bin nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt“, gibt sich der 47-jährige Fußball-Lehrer kämpferisch.

Erstes Ziel ist der Ligaerhalt. Das wird jedoch schwer genug, verloren die Meppener infolge ihrer permanenten Liquiditätsengpässe in der Winterpause doch fast zwei Hände voll etablierter Spieler. „Sollten wir die Klasse halten, wäre das wie eine gefühlte Meisterschaft", so Weusthof. Nur Dank großzügiger Sponsorenhilfe wurde vor wenigen Wochen die Insolvenz abgewendet. Die Kuh scheint aber noch immer nicht vom Eis zu sein. „Ich glaube, dass die Jungs ihre Januargehälter inzwischen erhalten haben. Ich bete, dass nicht noch eine Bombe platzt“, hofft Weusthof. Der früher auch in Emden, Münster und Oldenburg erfolgreiche Coach will, dass „endlich wieder Kontinuität und Glaubwürdigkeit“ einkehren.

„Wir sind noch Patient auf der Krankenstation“, gibt sich Weusthof keinen Illusionen hin. In der neuen Saison will er eine neuen „Emsland-Elf“ mit Perspektive aufbauen. Die Ex-Profis Kristian Zedi und Reinhold Tattermusch („Wir sprechen eine Sprache“) sollen ihm beistehen.

Derweil befürchtet Weusthof, dass die nötigen Punkte für den Klassenerhalt nicht heute Abend (19.30 Uhr) im Derby gegen den Fünften BV Cloppenburg geholt werden können. „Cloppenburg ist Routine pur. Die werden bis zum Schluss alles versuchen, um noch ganz oben ran zu kommen.“

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