Elsten Als Marcell Fensch im Oktober 1997 zum ersten Mal in der Bundesliga im Trikot des 1. FC Köln auflaufen sollte, fehlte etwas ganz Entscheidendes: das Trikot des 1. FC Köln. Trainer Lorenz-Günter Köstner wollte den Amateurspieler in der Partie gegen Schalke 04 für den verletzten Dirk Schuster einwechseln, als Fensch mit leicht nachvollziehbarem Entsetzen bemerkte, dass sein Trikot noch in der Kabine lag. So konnte der Verteidiger erst einmal nicht auflaufen, dafür musste ein Mitspieler umso schneller laufen und das wichtige Stück Stoff holen. Unterdessen spielte Köln in Unterzahl weiter und kassierte auch noch prompt ein Tor. Dieses unerfreuliche Erlebnis vor fast genau 16 Jahren brachte Fensch kurzzeitige bundesweite Berühmtheit ein – und nun einen Platz im neuen Buch von Stephan Tönnies. Der Elstener Autor und freie NWZ -Mitarbeiter hat unter dem Titel „Das kleine 1. FC Köln Buch“ (Herkules Verlag) Anekdoten aus der 65-jährigen Geschichte des Vereins zusammengetragen.

So kommen in dem Buch Spieler wie Toni Polster, die schon immer viel zu sagen hatten, zu Wort. Aber auch Fußballer, die eher im Schatten anderer standen. Wie Sascha Häßler, der kleine Bruder des ebenfalls kleinen Thomas Häßler, der aber ein umso größerer Fußballer war. Eine Zukunft wie „Icke“ wurde auch Sascha Häßler prognostiziert, als er als 16-Jähriger zum 1. FC Köln wechselte. Schnell hatte er Fans und eigene Autogrammkarten – nur ein Bundesliga-Spiel für die Geißböcke hat er nie gemacht. Er konnte sich einfach nicht durchsetzen. Tönnies berichtet, warum der zweifellos talentierte Bruder des Welt- und Europameisters statt in der ersten in der sechsten Liga landete.

Bundesliga-Erfahrung haben indes all jene gesammelt, die im zweiten neu erschienenen Buch des Elsteners zu Wort kommen. In „Bundesliga-Profis der ersten Stunde erzählen“, ebenfalls Teil der Reihe „Weißt du noch?“ des Herkules-Verlags und im Buchhandel erhältlich, berichtet Tönnies vom Werdegang diverser Bundesliga-Spieler der Saison 1963/64. Jeweils ein Fußballer der damals 16 Bundesliga-Vereine erzählt zudem, wie er den Start der höchsten deutschen Spielklasse erlebt hat. Spieler wie Arnold „Pico“ Schütz (Werder Bremen), Willy Schulz (zunächst Schalke 04, dann Hamburger SV) oder auch Rolf Kahn. Der Vater des ehemaligen Nationaltorhüters Oliver Kahn war in der Bundesliga-Gründungs-Saison für den Karlsruher SC aktiv.

Tönnies hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Kenner der Fußball-Historie Deutschlands gemacht. Die alte Fußball-Zeit fasziniert ihn: „Das war damals einfach alles spannender. Es gab mehr Typen, heute ist alles glatt gebürstet“, sagt der 32-jährige Fan des FC Bayern. Der war in der ersten Bundesliga-Saison übrigens noch nicht dabei. Das waren noch Zeiten, dürfte so mancher Fußball-Fan denken . . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.