KREIS CLOPPENBURG Die Handballer der HSG Friesoythe und des TV Cloppenburg II haben sich am Sonnabend im Derby der Landesklasse gleichermaßen blamiert. Nach desolaten 60 Minuten ging die Oberliga-Reserve mit einem 15:13 (4:5)-Erfolg vom Platz. Den Sieg hatte indes keine Mannschaft verdient – da waren sich beide Trainer einig. Derweil feierte Ligarivale BV Garrel eine gelungene Heimpremiere. Die Mannschaft von Trainer Heiner Grotjan bezwang die SG Neuenhaus/Uelsen II mit 31:24. In der Landesklasse der Frauen verlor der SV Höltinghausen bei der HSG Wilhelmshaven mit 27:31, während die Reserve des BV Garrel daheim gegen den TV Meppen mit 26:30 den Kürzeren zog.

Männer, Landesklasse: HSG Friesoythe – TV Cloppenburg II 13:15 (5:6). Nach 120 Sekunden führten die Gäste mit 2:0. Dass es aber bei diesem Ergebnis bis zur 21. Minute bleiben sollte, damit hatte wohl niemand gerechnet. „Ich kann mich nicht erinnern, so etwas im Herrenbereich schon einmal erlebt zu haben“, sagte Friesoythes Coach Günter Witte. Cloppenburgs Spielertrainer Frank Heinen konnte es ebenfalls kaum glauben. „Eigentlich hätten die Zuschauer Schmerzensgeld bekommen müssen. Das war wirklich grausam“, meinte er. Witte pflichtete ihm bei: „Das hatte in der Offensive zunächst nichts mit Handball zu tun.“ Die starken Leistungen beider Mannschaften in der Defensive sowie die blendenden Auftritte der beiden Torhüter Torsten Gradt (HSG) und Christoph Schönrock (TVC II) waren die einzigen Lichtblicke. Immerhin besannen sich die Gastgeber in den letzten Minuten des ersten

Durchgangs und gingen noch mit einer 6:5-Führung in die Kabine. Nach der Pause wurden die Leistungen beider Teams nur unwesentlich besser: Der TVC traf bis fünf Minuten vor der Schlusssirene fast nichts. Friesoythe begnügte sich damit, Schönrock warmzuschießen, ging aber mit einer 13:9-Führung in die Endphase. Doch plötzlich lief bei den Gastgebern nichts mehr. Cloppenburgs Tor war wie vernagelt, während die Gäste nun genauer zielten und die Partie noch mit 15:13 gewannen. Witte haderte mit der Leistung seiner Mannschaft: „In den letzten Minuten müssen meine Spieler einfach besser dagegenhalten.“

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HSG: Gradt – Germann, Block, Grumbd (1), Weinobst (1), Woidke (1), Willmann (3, Robbers (1), Tiedeken, Tuchscheerer (2), Ording (3), Stratmann (1).

TVC II: Debbeler, Schönrock – Vaske (6), Otten (4), Breher (3), Abeln (1), Schewelow (1), Wolkow, Alex Mönckedieck, Oliver Mönckedieck, Schröder, Arkenau.

BV Garrel – SG Neuenhaus/Uelsen II 31:24 (15:10). Nach wenigen Minuten führte Garrel dank Henrich Tebbens toller Paraden mit 3:0. Anschließend agierten die Gastgeber aber zu unkonzentriert. Die Gäste drehten die Partie und gingen mit 7:5 in Front. Doch dann spielte Garrels Abwehrverbund wieder konzentriert und zwang die Gäste zu Fehlern. Zudem trumpfte Peter Wendeln im Angriff groß auf, so dass der BV Garrel mit einer 15:10-Führung in die Pause ging. Nach dem Wechsel baute Garrel die Führung schnell aus (18:11). Damit war die Partie gelaufen, obwohl die Gastgeber in der Schlussphase nicht immer mit der notwendigen Konzentration spielten.

Frauen, Landesliga: BV Garrel II – TV Meppen 26:30. Große Enttäuschung in Garrel: „Wir haben die erste Halbzeit total verpennt“, nannte Dirk Maschke den Grund für die Pleite. Meppen führte zur Pause deshalb verdient mit 17:10. Im zweiten Spielabschnitt rissen sich die Gastgeberinnen aber zusammen und robbten sich bis auf einen Treffer heran (21:22). Dennoch blieb die Wende aus: „Wir haben wieder den Faden verloren“, ärgerte sich Maschke. Die Folge: Garrels Reserve machte viele Fehler, die Meppen sofort bestrafte und daher verdient gewann.

BVG II: Kettmann (3), Hüls (1), Rolfes, Aumann, (5), Möller (8), Högemann, Cloppenburg (2), Lammers (4), Gerken, Voßmann (2), Priester (1), Maier.

HSG Wilhelmshaven – SV Höltinghausen 31:27 (16:11). Höltinghausens Coach Robert Kalucki bringt das Dilemma des SV Höltinghausen auf den Punkt: „Wir tun uns derzeit unnötig schwer, weil wir uns selbst schwächen.“ Schon in der 15. Minute sah Melanie Grafe wegen Foulspiels die Rote Karte, in der 51. Minute widerfuhr Kerstin Hilker das gleiche Schicksal (dritte Zeitstrafe). Zwölf Zeitstrafen und acht Siebenmeter gegen das eigene Team runden das Bild ab. „Wir reagieren oftmals zu spät und begehen im falschen Moment überflüssige kleine Fouls“, analysiert der Trainer. Zu allem Überfluss erlitt Steffi Waack in der 20. Minute einen Bänderriss und fällt in den nächsten Wochen aus.

Zur Pause lag Höltinghausen klar mit 11:16 hinten. „Das Ergebnis spiegelt aber nicht den Spielverlauf wieder“, meinte Kalucki, dessen Mannschaft dann zulegte. Nach 51 Minuten stand es 23:23. „In dieser Phase waren wir besser und wollten nachlegen.“ Doch dann flog Hilker vom Platz. Wenig später erhielt Nicole Sieverding eine Zeitstrafe, so dass der SVH teilweise nur mit vier Spielerinnen auf dem Platz stand. Das konnte das Team nicht mehr kompensieren. Kalucki war mit der Einstellung seiner Mannschaft dennoch zufrieden: „Die Mädchen haben gekämpft und Herz gezeigt.“

SVH: Brinkmann, Ela MeyerDorothee Meyer, Lange (1), Hofmann (3), Wessendorf, Lützenrath (5), Hilker (6), Waack (1), Sieverding (4), Grafe (2), Wichmann (4).

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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