Cloppenburg Die Fußball-Saison 1994/1995 lieferte nicht nur in der Bundesliga reichlich Gesprächsstoff. Auch die hiesigen Amateurclubs sorgten für Aufreger. Die Spielzeit war gerade ein paar Wochen alt, als in der Kreisliga die Post abging. Am siebten Spieltag empfing der Tabellenzweite TuS Emstekerfeld den SV Nikolausdorf mit Spielertrainer Günter Nipper. Nipper drückte der Partie seinen Stempel auf.

Fallrückzieher-Tor

Mit einem Doppelpack (41., 53.) brachte der Spielertrainer sein Team in Führung. Doch der TuS hatte eine Antwort parat und drehte das Spiel. Aus einem 0:2 wurde ein 3:2. Nun versuchten die Nikolausdorfer mit aller Macht, wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen. Erneut war Nippers Torriecher gefragt. Der damals 34-Jährige ließ sich auch nicht zweimal bitten. Eine Minute vor Schluss sicherte er seinem Team mit einem fulminanten Fallrückzieher-Tor zum 3:3 einen Punkt.

Nur eine Woche später stand die Kreisliga erneut Kopf. Diesmal war es Wilfried „Shorty“ Osterkamp, der für Schlagzeilen sorgte. Osterkamp war vor der Saison als Trainer zum Landesligisten Sparta Werlte gewechselt. Spielberechtigt war er jedoch noch für seinen Heimatverein SV Peheim. So feierte er im Auswärtsspiel in Neuscharrel ein denkwürdiges Comeback, weil die Peheimer Personalsorgen hatten.

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Die Partie begann aus Sicht der Gäste denkbar schlecht. Josef Schrapper sah bereits nach nur vier Minuten die gelb-rote Karte. Die Überzahl nutzten die Neuscharreler, um sich schnell eine 3:0-Führung herauszuspielen. Aber der BVN wurde nachlässig. Osterkamp brachte sein Team mit zwei Toren auf 2:3 heran, ehe Deddens ein viertes Tor für Neuscharrel gelang. Doch der Drops war noch nicht gelutscht. Osterkamp markierte einen dritten Treffer. Fast wäre ihm noch eine vierte Bude geglückt. Jedoch traf er den Pfosten.

Im November 1994 ging es in der Bezirksliga-Partie zwischen dem FC Leschede und dem SV Gehlenberg ebenfalls hoch her. Sieben Minuten vor Schluss stand es 3:2 für Leschede, als Gehlenbergs Verteidiger Stefan Immken im eigenen Strafraum einen Spieler Leschedes zu Fall brachte. Dafür sah er die Ampelkarte, und den fälligen Elfmeter verwandelte Sandkötter zum 4:2. Fünf Minuten später wähnte sich der damalige SVG-Spielertrainer Manfred Nienaber im falschen Film, als er ebenfalls Gelb-Rot sah. Dabei hatte er den Schiedsrichter nur „höflichst“ darauf hingewiesen, dass der Linienrichter seine Fahne wegen einer Abseitsstellung gehoben hatte.

Mit dem Schlusspfiff erwischte es dann mit Kapitän Rudi Lukas sogar noch einen dritten Gehlenberger Akteur. Er handelte sich wegen Foulspiels Rot ein. Das Spiel endete 4:2 für Leschede.

Im Dezember 1994 ging es dann in der Kreisliga-Partie des Gastgebers TuS Emstekerfeld gegen den FC Sedelsberg (0:2) so schlagkräftig zu wie früher in Schlüters Boxbude auf dem Stoppelmarkt in Vechta. Kurz bevor Frank Schumacher die Sedelsberger in Führung brachte, hatte Emstekerfelds Ludger Koopmann wegen Nachschlagens die rote Karte gesehen. Nur fünf Minuten nach dem Pausentee war für Koopmanns Mitspieler Peter Styk wegen einer Tätlichkeit die Partie ebenfalls beendet.

Gedränge auf Ersatzbank

In den Schlussminuten lichteten sich die Reihen des TuS weiter, während es auf der Ersatzbank immer enger wurde. Niklas Spils und Marc Buhrke holten sich ebenfalls einen Platzverweis ab. Das Spiel gewannen die Sedelsberger 2:0, da Schumacher in der 88. Minute ein zweiter Treffer gelang.

Vier Platzverweise in einem Spiel waren in jener Spielzeit in der Liga übrigens beileibe keine Seltenheit. Im Auswärtsspiel des SV Höltinghausen in Bunnen durften die Gästespieler Martin Abeln, Uwe Böhmer, Ingo Wolfram und Thomas Hilker vorzeitig Duschen gehen. Genützt hat die Überzahl Bunnen nichts, das Spiel endete sensationell mit 2:2.

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