Cloppenburg Gleich zweimal müssen die Regionalliga-Fußballer des BV Cloppenburg innerhalb von nur 65 Stunden auswärts antreten. An diesem Freitag (19.30 Uhr) steigt das Derby beim weiter abstiegsgefährdeten Nachbarn SV Meppen. Am Montag (14 Uhr) folgt die Nachholpartie beim Goslarer SC.

Allerdings schlug die Nachricht von der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Ligarivalen FC Oberneuland auch beim BVC wie eine Bombe ein. Chefcoach Jörg-Uwe Klütz fiel es schwer, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. „Das ist echt alles unglaublich. Wer weiß, ob noch ein Verein folgt. Außerdem ist es ein Unding, dass drei Spieltage vor Toreschluss niemand genau weiß, wie die Tabelle oben und unten ausschaut. Jetzt sind die Funktionäre gefordert“, sagte der 44-Jährige. Allerdings haben Klütz und sein Co-Trainer Mario Neumann ihr Team vorzeitig in die fast schon luxuriös anmutende Lage manövriert, dass der Klassenerhalt in jedem Fall gesichert ist.

Die Oberneuländer informierten zur Wochenmitte den Norddeutschen Fußballverband über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Antrag wurde aber nicht vom Club selbst, sondern von anderer Stelle gestellt.

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Unvorbereitet getroffen

Den Spielausschuss-Vorsitzenden Jürgen Stebani (Melbeck) ereilte die unschöne Kunde mitten in einer Spielausschuss-Sitzung. „Die Nachricht hat uns völlig unvorbereitet getroffen. Bis zum Freitag wird rechtlich geprüft, welche Auswirkungen sich ergeben. Dabei ist festzustellen, ohne dem Ergebnis der Prüfung vorgreifen zu wollen, dass der Antrag, der zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens geführt hat, rechtlich wohl eine andere Qualität besitzt, als hätte der Verein ihn gestellt“, sagte Stebani auf Anfrage der NWZ .

Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass bei einer Annullierung der Oberneuländer Resultate ein Chaos entstehen würde. Es fehlt bislang eine Regelung in den Statuten, die dafür sorgt, dass sich Vereins-Insolvenzen nicht unterschiedlich auf die übrigen Clubs auswirken können.

Steigerung vonnöten

Zurück zum Sportlichen: Nach dem unsäglichen 0:1 gegen den SV Wilhelmshaven erwartet Klütz sowohl in Meppen als auch in Goslar eine klare Steigerung. „Gegen Wilhelmshaven waren wir einfach nur platt. Wir haben nichts zu verschenken. Ziel ist es, mindestens einstellig einzulaufen und noch bester Aufsteiger zu werden.“ Groß experimentieren wird er wohl nicht. „Wir treten fast mit dem letzten Aufgebot an.“

Für Torjäger Rogier Krohne käme ein Einsatz wohl zu früh. Andreas Zimmermann zwickt es in den Adduktoren. Einen Wechsel könnte es allerdings im Tor geben. „Es ist noch nicht sicher. Aber Sigi John hat sich eine Chance verdient“, so Klütz. Im Punkt Personalien, auch seine eigene Person betreffend, macht Klütz derweil dicht. „Kein Kommentar.“ Allein diese Aussage könnte Basis genug für Spekulationen sein . . .

SV Meppen sehnt sich nach Saisonende ohne Schrecken

Die Ergebnisse der Nachholspiele am Mittwoch haben beim SV Meppen keine Freude ausgelöst. Die Emsländer rutschten in der Tabelle (ohne Berücksichtigung eventueller Auswirkungen eines Oberneuländer Insolvenzverfahrens) vom elften auf den 14. Rang ab. Damit steckt der Ex-Zweitligist vor den abschließenden Heimpartien gegen den BV Cloppenburg und die HSV-Reserve weiter mitten im Abstiegskampf.

Völlig verkorkst ist die Serie trotz eines Übungsjahres in der vierten Liga ohne Absteiger schon jetzt. Um den Super-GAU abzuwenden, verschob der fast permanent in der Kritik stehende Coach Heiko Flottmann sogar eine Hüftoperation. Rund um die MEP-Arena gilt als sicher, dass Meppens neuer Sportdirektor Christian Neidhart über kurz oder lang als eine Art britischer Teammanager auch das Coaching übernehmen wird. Mit ein Grund für Meppens schlechtes Abschneiden ist die Heimschwäche. Erst vier Siege stehen zu Buche. Dafür bewies das Team auswärts zuletzt Stabilität und punktete mehrfach durch späte Treffer.

Als Meister war der Goslarer SC aufgestiegen. Und der neue Coach Frank Eulberg legte mit seinem annähernd unter Vollprofibedingungen trainierenden Team eine bärenstarke Hinrunde hin. Die Nord-Harzer nisteten sich direkt hinter den Spitzenclubs ein. Es folgte nicht zuletzt infolge großen Verletzungspechs eine rasante Talfahrt, die in einem desolaten 1:4 bei Victoria Hamburg endete.

Dann griffen die im Abstiegskampf üblichen Mechanismen: Trainer Eulberg wurde beurlaubt und Abwehrspieler Slawomir Lukac zum Interimscoach gemacht. Mit Erfolg: Am Mittwoch feierte der Slowake einen 2:1-Heimerfolg über Wolfsburg II. Dieser Sieg könnte der entscheidende Befreiungsschlag gewesen sein. Bevor der BV Cloppenburg an diesem Montag anreist, gastiert Goslar noch beim VfB Oldenburg.

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