OLDENBURG Die Fußballer und Verantwortlichen der Vereine in der Bezirksoberliga geben sich vor Beginn der Spielzeit 2008/2009 keinen Illusionen hin. Die kommende Saison wird eine der härtesten und umkämpftesten aller Zeiten. Mindestens sechs Mannschaften steigen ab. Muss die Bezirksoberliga in der Saison 2009/2010 weitere Absteiger aus der Oberliga Niedersachsen aufnehmen, wird sich die Zahl der Absteiger sogar noch vergrößern. Viele Trainer gehen zudem davon aus, dass das spielerische Niveau der Klasse noch viel höher ist als im Vorjahr. Dazu kommt, dass es Fallobst – wie es der 1. FC Bramsche in der Vorsaison war – wohl nicht mehr geben wird.

Niedersachsenliga-Absteiger SC Spelle-Venhaus ist wohl der Anwärter Nummer eins auf den Titel. Die Mannschaft galt in der fünften Liga lange als Institution. Doch auch an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen weiß man, dass in der Bezirksoberliga guter Fußball gespielt wird. Die Speller möchten sich daher schnell akklimatisieren und junge Spieler einbauen. Ziel sei es, letztlich im oberen Drittel zu landen. Aber wer Spieler wie Hardy Kloßek in den eigenen Reihen hat und zudem in Daniel Rehers und Thorsten Schütte gleich zwei Spieler von den Sportfreunden Lotte loseisen konnte, kann eigentlich nur ein Ziel haben: den Wiederaufstieg.

Davon geht auch Nordhorns Trainer Dirk Scheffczyk aus: „Die Speller wollen den Abstieg vergessen machen und wieder in die fünfte Liga.“ Die Ziele seiner Mannschaft sind nicht ganz so hoch. Mehr als ein einstelliger Tabellenplatz ist für Vorwärts Nordhorn wohl nicht machbar. „Wir haben viele junge Leute“, sagt Scheffczyk. Gleich 15 Spieler stammen aus der eigenen Jugendabteilung. „Bei uns steckt halt noch viel Idealismus dahinter“, sagt der Trainer. Die ständigen Liga-Reformen gehen Scheffczyk übrigens auf die Nerven: „Das ist Käse“, sagt er. „Aber wir werden hart dran arbeiten, unsere Ziele zu erreichen.“

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Die am schwersten auszurechnende Mannschaft der kommenden Spielzeit wird wohl die U23 des VfB Oldenburg sein. Sie gilt als extrem laufstarke und technisch gute Mannschaft. Ob das allerdings ausreichen wird, um die Klasse zu halten, bleibt abzuwarten. Als Aufsteiger, der als reines Ausbildungsteam aufgestellt ist, hätte man eigentlich schon eine gute Saison gespielt, wenn am Ende Platz 13 herausspringen würden. Doch dieser Rang ist schon der erste Abstiegsplatz.

Auch der Stadtrivale der VfB-Reserve, GVO Oldenburg, dürfte sich in erster Linie darauf konzentrieren, nicht in den Abstiegstrudel zu geraten. Ein Garant für den Klassenerhalt könnte Yaw Broni sein. Der Offensiv-Mann kommt vom Vizemeister SV Brake.

Der Nichtabstieg ist auch das erklärte Ziel des Aufsteigers BW Hollage. „Das wird zwar sehr schwer, aber wenn es nicht reichen sollte, haben wir es jedenfalls versucht“, geht Trainer Thomas Lüken entspannt in die Saison. Er ist gespannt, wie sich seine Spieler schlagen: „Der Sprung von der Bezirksliga in die Bezirksoberliga ist doch sehr groß“, meint er. Die große Stärke seiner Mannschaft sei der Teamgeist: „ Bei uns gibt es für keinen Spieler Geld. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, sagt er. Dass ein Spieler wie Thomas Egbers unter dieser Prämisse von der Reserve des VfL Osnabrück nach Hollage wechselt, ist schon verwunderlich. „Thorsten wohnt in der Nähe Hollages und ist mit vielen Spielern befreundet. Außerdem ist er mit 25 Jahren zu alt für die U23 des VfL“, hat Lüken des Rätsels Lösung parat. Egbers bleibt den Osnabrückern übrigens als einer der Physiotherapeuten des Zweitligateams erhalten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass er

den Hollagern auch mal fehlen wird. Lüken lässt das kalt: „Ich bin froh, dass wir ihn in unserer Mannschaft haben.“

Für Concordia Ihrhove wird am Ende wohl eine Platzierung zwischen Rang fünf und acht herausspringen. Der ehemaliger Barßeler Trainer Uwe Schröder schaffte es binnen anderthalb Jahren, aus einer Rumpftruppe eine schlagkräftige Elf zu formen: „Wir wollen in der Liga bleiben. Allerdings sind die Ansprüche schon sehr hoch“, sagt Schröder. Der Mann hat Recht: Schließlich will auch eine Mannschaft wie Bezirkspokalsieger SV Brake endlich einmal den Sprung nach ganz oben schaffen. Nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr ist der Kader zwar nicht mehr ganz so tief besetzt, doch allein ein Zugang wie Marco Kuck (TuS Esenshamm) hat die Qualität des Teams verbessert. „Wenn wir von Verletzungen und Sperren verschont bleiben, werden wir weiterhin eine gute Rolle in der Bezirksoberliga spielen“, meint Trainer Gerold Steindor.

Gleiches gilt für Mannschaften wie Niedersachsenliga-Absteiger TuS Esens, Aufsteiger BW Papenburg und den SV Holthausen-Biene. Die Biener stellen das wohl aufregendste Offensiv-Trio der Bezirksoberliga: Tim Zevenhuisen, Johannes Kues und der ehemalige Löninger Ulrich Manemann sind eine Klasse für sich. Esens setzt dagegen in erster Linie auf Konstanz: Ganze drei Spieler verließen den Verein, sechs neue – darunter der ehemalige Barßeler George Alhassan – kamen hinzu. Die SpVg. Aurich will sich ebenfalls nicht mit Mittelmaß zufrieden geben: Coach Stephan Prause will unter die ersten Fünf. Doch dazu muss sein Team einen langen Weg zurücklegen.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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