Essen /Garrel Monatelange Vorbereitungen sind am Wochenende mit Erfolg belohnt worden: Der Garreler Ralf Bohmann-Laing ist bei der Rückwärtslauf-Weltmeisterschaft in Essen gestartet – und kam als Weltmeister zurück.

„Ich wollte ein paar schöne Tage mit internationalen Flair erleben und sportlich wenigstens in die Top zehn laufen“, hatte sich Bohmann-Laing zum Ziel gesetzt. Er hatte sich auf die 1500 Meter, 3000 Meter und 5000 Meter gemeldet. Aufgrund einer Erkältung wechselte er dann aber auf die kürzeren Distanzen 400, 800 und 1500 Meter.

Teilnehmer aus 25 Nationen gingen an den Start, neben zahlreichen Europäern Läufer aus China, Australien oder der Dominikanischen Republik. Ein Läufer aus den USA wurde von einem Fernseh-Sender für eine Reportage begleitet, berichtete Bohmann. Ein Erlebnis war schon die Eröffnungsfeier am Donnerstag: Die Athleten trabten hinter den Landesflaggen ein– natürlich rückwärts.

Am Freitag stand zunächst der 800-Meter-Lauf auf dem Programm. Gestartet wurde in Zweierreihen. „Im Gedränge laufe ich sehr ungern“, berichtet Ralf Bohmann-Laing. Deshalb hatte er sich einen schnellen Start vorgenommen. Das gelang, dann ließ er einige schnellere Läufer passieren. Von Platz fünf aus beschleunigte er schließlich nochmals und kam mit knapp vier Sekunden Rückstand auf Platz zwei in einer Zeit von 3:33 als Vierter ins Ziel. „Trotz der verpassten Medaille ein gelungener Start in die WM“, bilanziert der Hobbyläufer.

Am nächsten Tag standen zunächst die Vorläufe über 400 Meter an: Ralf Bohmann-Laing gewann seinen Vorlauf und qualifizierte sich souverän. Nur kurze Zeit später war er schon im Endlauf über die 1500 Meter gefordert. Gleiche Taktik wie über 800 Meter: schnell starten und dann eventuell Schnellere passieren lassen. Das gelang erneut, nach 900 Metern lag er auf Rang drei, der Abstand auf den Vierten aber weniger als zehn Meter. „Mir kam zugute, dass ich für die längeren Strecken trainiert hatte.“ Er konnte den Abstand kontinuierlich ausbauen. In der festen Annahme, eine Medaille sicher zu haben, ging es auf die Zielgeraden. Der Garreler dachte, ihn hätten nur zwei Läufer überholt. Am Ende waren es drei. Zu einer Medaille langte es dennoch, weil einer der schnelleren Athleten zu einer anderen Altersklasse zählte: also Bronze.

Am Nachmittag der Endlauf über 400 Meter. Die Devise: „Vollgas von Anfang an“. „Nach der letzten Kurve war der Zweitplatzierte noch knapp vor mir, der Dritte war zurückgefallen.“ Dann der Fauxpas. Rund 70 Meter vor dem Ziel wollte der Garreler beschleunigen. „Anstatt aufzuschließen, setzte ich mich auf den Hosenboden.“ Immerhin reichte es letztlich noch für den vierten Platz.

Den krönenden Abschluss sollte die deutsche 4x400-Meter-Staffel bilden, die sich in Essen zusammengefunden hatte. Darunter Ralf Bohmann-Laing an dritter Position. Bei der Staffelübergabe auf den zweiten Läufer hatte das deutsche Team schon ein Polster von circa 20 Metern auf den schärfsten Konkurrenten, die Italiener. Der zweite Läufer vergrößerte den Vorsprung weiter, bevor Bohmann-Laing auf die Bahn ging. Gegen einen starken Italiener verlor er etwas an Boden, übergab aber mit gutem Vorsprung an den Schlussläufer. Zum Schluss wurde es nochmals spannend, der Vorsprung schmolz immer weiter. Doch das deutsche Quartett brachte den Staffelstab als erster über die Ziellinie: Weltmeister. Die Freude kannte keine Grenzen. „Das Abspielen der Nationalhymne nicht als Zuschauer, sondern auf dem Siegerpodest zu erleben, war sicher das Highlight dieser Wettkämpfe.“

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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