Cloppenburg Keine Frage: Das DFB-Pokalerstrundenmatch zwischen Viertligist BSV Rehden und dem aktuellen Zweitliga-Fünften VfR Aalen hätte am Sonntag im Cloppenburger Stadion an der Friesoyther Straße deutlich mehr als die gut 1000 Zuschauer verdient gehabt. Denn beim mehr als glücklichen 5:4 (1:0, 1:1)-Erfolg des Favoriten aus Baden-Württemberg wurde den Fans alles geboten, was den Pokal so reizvoll macht (siehe Bericht auf Seite 12).

Der von Coach Andreas Petersen glänzend eingestellte „David“ aus dem Kreis Diepholz nahm gegen den „Goliath“ aus der baden-württembergischen Ostalb sein Herz von der ersten Sekunde an fest in beide Hände. Und der Favorit wackelte zunächst 90 Minuten, dann weitere 30 Minuten bedenklich, fiel am Ende aber nicht.

Rehdens 1:0 nach 20 Minuten war ein Zufallstor. Denn die einleitende Ecke des Ex-Cloppenburgers Viktor Pekrul war völlig verunglückt. Noch mehr Zufall war bei Aalens Ausgleich durch Michael Klauß im Spiel (57.). Kein Zufall waren Rehdens Hochkaräter in der Verlängerung, in der der Underdog auch physisch überzeugte. „Bei uns wurde keiner müde“, so BSV-Trainer Andreas Petersen. Zunächst setzte der eingewechselte Mattia Trianni zu einem brillanten Solo an. um dann am stark reagierenden Daniel Bernhardt zu scheitern (91.). Und in der 112. Minute brachte die sich zuvor einen Cut abholende unermüdlich rackernde Einmannspitze Kifuta Kiala Makangu mit einem wuchtigen Kopfball die Latte des Aalener Gehäuses zum Beben. Auch hier hatte Aalens bester – Keeper Bernhardt – noch seine Finger im Spiel.

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Dennoch hielten Rehdens Träume vom Erreichen der zweiten Runde, einem Kracherlos und einem garantierten Geldsegen von über einer Viertelmillion Euro. Club-Boss Friedrich Schilling und Sportvorstand Markus Kompp waren von der Anspannung sichtlich gezeichnet. Coach Petersen motivierte seine Spieler, von denen einer nicht vom Punkt aus antreten wollte, bis in die Haarspitzen. Doch nach dem zehnten von zehn Elfern jubelte der „Goliath“ – große Tristesse beim „David“. Dennoch gab’s von den für viel Stimmung sorgenden Rehdener Fans „standing ovations“ für ihr Team.

Bärenstarke Rehdener lassen Klassenunterschied zu keinem Zeitpunkt erkennen

DFB-Pokal, erste Runde: BSV Rehden - VfR Aalen 4:5 (1:1) nach Elfmeterschießen.

BSV Rehden: Mandic - Pekrul (72. Goldmann), Wessel, Heyken, Obst - Winkelmann, Hirooka, Bolyki - Ficara (71. Trianni), Pauli (88. Fehr) - Makangu.

VfR Aalen: Bernhardt - Ofuso-Ayeh, Barth, Hainault, Feick - Hofmann, Junglas, Ludwig (67. Oesterhelweg), Grech - Daghfous (113. Weiß), Klauß (67. Drexler).

Tore: 1:0 Daghfous (20.), der eine Kopfballverlängerung Ficaras nach einer Pekrul-Ecke aus einem Meter ins eigene Netz lenkt; 1:1 Klauß (57.), dessen Schuss aus rund 20 Metern Wessel unhaltbar für Mandic abgefälscht wird.

Taktik: Rehden ohne die verletzten Stammkräfte Artmann, Arend und El Zein spielte in einem kompakten „4-3-2-1-System“. Aalen im „4-4-2“.

Ecken: 3:2. Chancen: 5:3.

Fazit: Rehdens Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde wäre verdient gewesen. Die Treffer zum 1:0 und 1:1 waren Zufallsprodukte. In der Verlängerung fehlte dem „Underdog“ der letzte Tick Kaltschnäuzigkeit, um vor dem bitter endenden Elfmeterschießen gegen einen insgesamt enttäuschenden Zweitligisten alles klar zu machen.

Beste Spieler: Alle Rehdener – Bernhardt.

Zuschauer: 1100 (offizielle DFB-Angabe: 780).

Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen) - Seine Fehlentscheidungen waren an einer Hand abzuzählen. Souverän - Note: 2,5.

Andreas Petersen (Rheden): Wir hätten Geschichte schreiben können. Meine Jungs sind über sich hinaus gewachsen. Wir haben schnell gemerkt, dass die Sensation an diesem Tag möglich ist und entsprechend mutig aufgespielt. Trotz des unglücklichen Ausscheidens bin ich stolz auf meine Jungs. Stefan Ruthenbeck (Aalen): Ich muss dem Gegner ein Riesen-Kompliment zollen. Wir mussten Schwerstarbeit leisten. Erst recht nach Rehdens Führung war die Lage brisant. Wir sind mit dem Pressing der Rehdener im Mittelfeld überhaupt nicht klar gekommen.

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