Cloppenburg Vor der Fußballsaison 2015/16 gab es mit der Reserve des Champions-League-Teilnehmers VfL Wolfsburg einen Topfavoriten auf die Meisterschaft. Als Mitfavoriten wurden der SV Meppen, Weiche Flensburg und die HSV-Zweitvertretung am häufigsten genannt.

Der Ex-Zweitligist VfB Oldenburg tauchte nicht auf. Umso überraschender führen die Huntestädter, die Ende März nächsten Jahres die SV Drochtersen/Assel im Pokal-Halbfinale empfangen und noch von einem DFB-Pokalticket träumen dürfen, das Tableau nach dem ersten Saisonabschnitt an. 44 Punkte haben die „Blauen“ auf dem Konto und damit zwei mehr als die bereits ein Spiel mehr absolvierenden Jungwölfe. Vier Zähler beträgt der Vorsprung auf Weiche, das allerdings ein Spiel weniger bestritten hat.

Geräuschlos verlief die Saison am Marschweg allerdings keineswegs. Nach dem unbefriedigenden zehnten Platz in der Vorsaison stellte Trainer Predrag Uzelac einen schlagkräftigen Kader zusammen. Die Ernte fährt möglicherweise Ex-Bundesligaprofi Dietmar Hirsch ein, der im September Uzelacs Nachfolge antrat. Zuvor war’s zum Eklat gekommen. Die VfB-Führungsetage hatte Co-Trainer Boris Ekmescic nach einer vermeintlichen Fan-Beleidigung gefeuert – gegen den Willen der Spieler. Wenige Stunden später folgte Uzelacs Beurlaubung.

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Die Mannschaft blieb cool. Nach der einzigen Saisonniederlage am zweiten Spieltag (1:4 gegen Hannover 96 U-23) folgten 17 ungeschlagene Partien. Der Zuschauerschnitt stieg um 600 auf knapp 2100 an. Zum Derby gegen den BV Cloppenburg gab’s die Rekordkulisse von 3721 Zuschauern. Die VfB-Bosse korrigierten das Saisonziel, das ab sofort Aufstieg in die Dritte Liga lautet. In der Vorbereitung auf die Restspielzeit fliegt der VfB in die Türkei.

Anders als in Oldenburg ist noch offen, ob der Dritte Weiche Flensburg ebenfalls eine Drittliga-Zulassung beantragen wird. Derweil muss Wolfsburg die Zahl der Negativ-Ausschläge minimieren, um sich den Titel noch holen zu können. Überraschung Nummer zwei neben Oldenburg ist Aufsteiger Drochtersen/Assel, der als Vierter überwintert. Der Fünftplatzierte SV Meppen braucht, obwohl er erst 17 Spiele absolviert hat, schon eine lange Erfolgsserie, um sich noch ganz oben heranpirschen zu können. Die lange vorne mitmischenden Norderstedter sind derweil im Mittelmaß versunken. Auch der Achte VfB Lübeck hinkt den Erwartungen hinterher.

Fast schon chaotisch zu ging’s beim unter den „Top Fünf“ erwarteten BSV Rehden zu. Quasi über Nacht wechselte der erfolgreiche Coach Alexander Kiene heimatnah zum Sechsten TSV Havelse. Damit nicht genug. Genauso plötzlich heuerte Sportvorstand Markus Kompp beim Drittligisten Hansa Rostock als Vorstandsvorsitzender an. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Entlassung von Trainer Karsten Baumann. Zudem wechselt Co-Trainer Sandy Röhrbein in der Winterpause zum Landesligisten TuS Celle. Als Trainer sprang Altmeister Franz Gerber interimsmäßig bis zur Winterpause beim Zehnten ein.

Während die Trainersuche auf Hochtouren läuft – im Gespräch sind Ex-Coach Predrag Uzelac und der Ex-Oldenburger Kristian Arambasic – wurde vor kurzem mit Michael Weinberg ein neuer Sportvorstand vorgestellt. Der in der Region bestens bekannte Peter Schöne ist neuer Teammanager. Rehdens Macher Friedrich Schilling erlitt zudem vor wenigen Wochen während des Heimspiels gegen die St. Pauli-Reserve eine Herzattacke, von der er sich glücklicherweise schnell erholte.

Im Keller zählt der erst zwei Siege aufweisende Vorletzte BV Cloppenburg derweil zu den Enttäuschungen der Saison. Ende Oktober wurden nach einem passablen Saisonstart Coach Uwe Groothuis und Co-Trainer Alket Zeqo freigestellt. Als Hoffnungsträger wurde vom Bezirksligisten SV Altenoythe Steffen Bury losgeeist, der mit drei Unentschieden startete. Einen Trainerwechsel vollzog auch das sieglose Schlusslicht TSV Schilksee. Kiels einstiger Aufstiegstrainer Thorsten Gutzeit musste Co-Trainer Matthias Losch weichen.

Während Aufsteiger VfV Hildesheim wenig überraschend als Drittletzter als Abstiegskandidat gilt, konnte sich die lange Zeit unten feststeckende HSV-Reserve freischwimmen. Auch an der Elbe gab’s einen Wechsel auf der Trainerbank. Joe Zinnbauer zog es zum FC St. Gallen in die Erste Schweizer Liga. Sein „Co“ Soner Uysal übernahm.

Auch die Profi-Zweitvertretungen aus Braunschweig, Hannover und St. Pauli sind im Mittelfeld platziert. Gleiches gilt für den Elften Goslarer SC, der nach Abschaffung des Vollprofitums im Soll liegt. Durchaus noch in den Abstiegsstrudel geraten könnte der auf Rang 15 liegende Lüneburger SK Hansa.

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