Cloppenburg /Potsdam Es ist ja nicht so, dass es ihnen schwer gefallen wäre, die Leiden des Gegners nachzuempfinden. Oft genug hatten sie sich schon in ähnlicher Lage befunden. Hatten in ein Spiel ungemein viel investiert, um dann zuschauen zu müssen, wie der Gegner den Ertrag verbucht. Diesmal waren sie dieser Gegner. Obwohl Turbine Potsdam II das Spiel gegen die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg bestimmt hatte, feierten die Gäste am Ende einen 2:1-Erfolg. „Wir haben kämpferisch überzeugt, aber sicher nicht verdient gewonnen“, räumte Trainerin Tanja Schulte nach einem Spiel ein, in dem die Chancenstatistik (10:4) für einen Erfolg der Gastgeberinnen gesprochen hatte. „Fußball kann halt ganz schön gemein sein“, sagte Schulte und war doch froh, dass er diesmal zum Gegner gemein war.

Der wäre beinahe schon in der ersten Minute in Führung gegangen. Nach nur 17 Sekunden prallte der Ball nach einem Fehler der anschließend starken Marta Stobba an den Innenpfosten des Gäste-Gehäuses und auf die Torlinie. Bis er diese überquert hatte, sollte es aber noch dauern.

Dabei spielte Turbine, deren erste Mannschaft bereits am Freitag bei Bayern München (0:1) aktiv war, mit fünf Spielerinnen aus dem Bundesliga-Kader. „Aus dem Hinspiel in Cloppenburg waren sogar nur noch vier Turbine-Fußballerinnen dabei“, hatte Schulte gezählt.

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Sie sah dann auch einen ungemein schnell spielenden Gegner, mit dem ihre Elf reichlich Schwierigkeiten hatte. Allerdings hatte auch das brandenburgische Team so seine Probleme: Der Ball wollte einfach nicht ins Tor.

Bis zur 57. Minute: In einer scheinbar schon nicht mehr brenzligen Situation unterlief Imke Wübbenhorst im eigenen Strafraum ein Foul. „Sie hat die Spielerin getroffen, der Elfmeter war berechtigt“, sagte Schulte. „Imke hat sehr viele Zweikämpfe für uns gewonnen, aber sieben Monate Pause kann man natürlich nicht einfach abschütteln. In der Situation hat sie unglücklich agiert, Agnieszka Winczo hatte eigentlich schon geklärt.“

Liesa Seifert verwandelte den berechtigten Elfmeter zum 1:0, dem auch keiner seine Berechtigung absprechen konnte. Umso überraschender fiel nur vier Minuten später der Ausgleich. So unverdient er auch war, so schön war der Treffer: Eine Ballstafette über acht Stationen endete mit einem gekonnten Lupfer Katarina Kolars über die herausgekommene Turbine-Torhüterin hinweg ins Netz.

Nun rotierte Turbine noch schneller. Der Gastgeber wollte unbedingt drei Punkte verbuchen – und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Und zwar, weil Annabel Jäger den Ball im richtigen Moment Richtung Turbine-Tor gejagt hatte: Mit einem 35-Meter-Geschoss traf sie sieben Minuten vor Schluss ins Glück. „Der Schuss war unhaltbar“, freute sich Schulte, deren Team am kommenden Sonntag (11 Uhr) bei Tabellenführer 1. FC Lübars für die nächste Überraschung sorgen will.

BVC: Crone - Stobba, Wübbenhorst, Brüggemann, Löwenberg - Baumann, Chandraratne - Jäger, Winczo, Luker (71. Thormählen), Kolar.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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